"Ein schwieriges Unterfangen"

Unmittelbar vor der Klosteranlage auf dem Wiesengelände im Dreieck zwischen der Zufahrt zum Klosterhof und dem Friedhofsweg sollte nach den Vorstellungen der Grünen-Gemeinderäte der Tages- oder Besucherparkplatzt entstehen. Bürgermeister Albert Nickl und die Mehrheit der Gemeinderäte geben diesem Vorschlag jedoch keine Chance, weil alle Fachbehörden eine große Parkfläche vor dem Klosterensemble wegen der Zerstörung der Gesamtansicht ablehnen. Bild: do
Lokales
Speinshart
13.10.2015
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In Speinshart wächst und wächst der Besucherstrom. Die Konsequenz: Mehr Parkplätze müssen her. In Planung ist ein Doppelstandort vor den Toren des Klosterhofes. Doch nicht jeder ist von der Standortwahl begeistert. Dennoch machte der Gemeinderat jetzt Nägel mit Köpfen.

In der öffentlichen Sitzung ging Bürgermeister Albert Nickl noch einmal auf die Ausgangslage ein (siehe Infokasten unten) und schilderte die Erfolgsgeschichte des Klosters und der Internationalen Begegnungsstätte. Dann beschwor er das Gremium, den Parkplatzbau auf der Grundlage der Architekten-Planung, des Gemeinderatsbeschlusses vom Februar und der Ergebnisse der Anliegerversammlungen rasch zu verwirklichen.

Als größtes Problem nannte der Bürgermeister die Vorgaben der Behörden, das historische Bild der Klosteranlage nicht zu beeinträchtigen. Alle Planungen hätten sich deshalb an den Forderungen der staatlichen Fachstellen zu orientieren. "Ein schwieriges Unterfangen", gab er zu. "Mancher Wunsch der Gemeinde und einiger Grundstückseigentümer wird wohl auf der Strecke bleiben."

Mit Rangierstreifen

In der dritten Anliegerversammlung im September habe sich kein Teilnehmer gegen den Veranstaltungsparkplatz südlich der Nepomuk-Statue ausgesprochen, teilte Nickl mit. Er stellte deshalb den Vorrang für den Bau dieser Parkfläche heraus und bat Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer um Erläuterungen. Das Konzept sieht den Bau von 58 Stellplätzen vor.

Oberndorfer empfahl, den drei Meter breiten Geh- und Radweg in Richtung Tremmersdorf auf 3,50 Meter zu verbreitern sowie einen Rangierstreifen anzulegen. Die Stellplatztiefe soll 4,30 Meter betragen. Parkflächen und Rangierstreifen bleiben wassergebunden. Geplant ist eine 40 Zentimeter starke Frostschutzschicht aus Dolomit. Für Auflockerung sollen einige Alleebäume sorgen. Der Ingenieur rechnet mit Gesamtkosten von 98 000 Euro. Hinzu kommt der Kaufpreis für ökologische Ausgleichsflächen.

Zum Planungsstand für den sogenannten Tages- oder Besucherparkplatz am westlichen Dorfrand nahm Architekt Georg Sunner Stellung. Er berichtete von einer Weiterentwicklung des Konzepts mit nunmehr 73 Stellplätzen. Vorgesehen sei wie bisher eine fußläufige Verbindung vorbei am Kloster-Gasthof zur Ortsmitte. Wegen der Bedenken eines Anliegers sollen die Abstandsflächen zu Gebäuden vergrößert und die Eingrünung verstärkt werden.

Ohne Zufahrt kein Großparkplatz: Auch darauf wies Georg Sunner hin. Aus Richtung Süden ist eine einspurige Zufahrtsstraße mit Ausweichstellen vorgesehen. "Nur der Standort im Westen nahe des Dorfzentrums wurde vom Denkmalamt akzeptiert", betonte der Architekt. Die Beeinträchtigungen des Gesamtbildes seien beim Blick auf den westlichen Dorfrand am geringsten, zitierte er aus Gesprächen mit den Fachstellen.

65 Prozent Förderung

Auch Bürgermeister Albert Nickl sorgt sich um das Gesamtpanorama. "Es geht darum, Lösungen zu finden, die den Blick auf Speinshart am wenigsten beeinträchtigen", sagte er. Optimistisch äußerte er sich zum Grunderwerb: Mit den betroffenen Eigentümern bestehe Übereinstimmung - "das bringt uns entscheidend voran". Dennoch empfahl Nickl noch einmal, zunächst den Bau des Parkplatzes am Radweg voranzubringen.

Bei der Finanzierung des Projekts gebe es für beide Parkplätze eine Förderung von etwa 65 Prozent aus Mitteln des Städtebaus und der Dorferneuerung. Die Restkosten teilen sich die Prämonstratenser-Abtei und die Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss die Eingabeplanung für den Veranstaltungsparkplatz mit großer Mehrheit, Gegenstimmen kamen von den Grünen Barbara Müller und Johann Mayer.
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