Englberger steigt auf

Thomas Englbeger. Archivbild: do
Lokales
Speinshart
18.11.2015
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Das Kapitel hat entschieden: Nach Pater Lukas' Austritt aus dem Kloster Speinshart ist auch seine Zeit bei der Internationalen Begegnungsstätte endgültig vorbei. Die Stelle wird vorerst intern besetzt.

(wüw) Die Internationale Begegnungsstätte Kloster Speinshart hat einen neuen Leiter. Bis auf Weiteres wird Thomas Englberger die Aufgabe kommissarisch übernehmen. Der 49-Jährige ist seit Dezember 2012 als Referent in der Begegnungsstätte beschäftigt. Der gebürtige Münchener möchte die Einrichtung im Sinne seines Vorgängers Florian Prosch fortführen, erklärte Englberger am Dienstagvormittag. Prosch war als Pater Lukas Mitglied des Speinsharter Klosterkonvents - bis er Ende Oktober die Klostergemeinschaft verließ.

Kommissarischer Leiter

"Nach ausgiebigen Gesprächen im Konvent und mit allen Beteiligten scheint eine unmittelbare Fortführung der Leitung der Internationalen Begegnungsstätte durch Herrn Prosch nicht sinnvoll", erklärte der Geschäftsführer der Begegnungsstätten GmbH, Pater Andreas Hamberger, am Dienstag. Dies hat das Kapitel des Klosters am Montag entschieden. Dabei beschloss es auch, dass "Thomas Englberger die Leitung kommissarisch übernehmen" wird.

Bisher Dreiviertelstelle

Englberger erfuhr von seiner Berufung ebenfalls am Dienstagvormittag, wenn er auch zugibt, dass die Entscheidung des Kapitels ihn nicht völlig überrascht hat: "Natürlich gab es vorher Gespräche." Der gebürtige Münchener besetzt derzeit eine 75 Prozentstelle, er deutet aber auch an, dass dies für eine längerfristige Lösung nicht ausreichen wird. "Pater Lukas hat sich für die Begegnungsstätte weit über seine Arbeitszeit hinaus eingesetzt." Es sei klar, dass sich dieser Einsatz nun nicht ohne weiteres auffangen lasse.

Von Proschs Arbeit ist Englberger immer noch überzeugt, an ihrer Ausrichtung soll die Begegnungsstätte festhalten. "Die Begegnungsstätte ist noch recht jung, sie hat aber bereits Bemerkenswertes vorzuweisen." Schwerpunkte sollen weiter Konzerte, Ausstellungen und Vorträge bilden. Im Zentrum stehen die bayerisch-böhmischen Beziehungen. Mit Tagungen und Seminaren habe die Begegnungsstätte ein weiteres Standbein, das in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen werde. "Hier begrenzt das Raumangebot des Klosters und des Gasthofs die Möglichkeiten." Der Musiksaal bietet als größter Tagungsraum Platz für etwa 30 Gäste, der Klostergasthof hat 14 Zimmer, 13 davon sind Doppelzimmer. Mit der Nachfrage nach den Seminarräumen ist Englberger zufrieden, obwohl es immer wieder ruhigere Zeiten gibt.

Für ihn selbst sind die ruhigen Zeiten vorerst vorbei, als Leiter kommt auf ihn mehr Arbeit und auch mehr Aufmerksamkeit zu: Bislang war Florian Prosch das Gesicht der Begegnungsstätte, während Englberger im Hintergrund wirkte. Als Mitglied des Konvents habe Prosch die Einheit von Kloster und Begegnungsstätte ideal verkörpert. "Ich bin nur Angestellter." Zusätzlich sei Prosch mediengewandt und öffentlichkeitswirksam aufgetreten. "Ich bin ein anderer Typ als Pater Lukas", sagt Englberger. Ihm sei bewusst, dass er künftig mehr in der Öffentlichkeit stehen wird, das habe "eine gewisse Eigendynamik".

Ersetzen wolle er Lukas Prosch nicht, wohl aber habe er in den drei Jahren von seinem bisherigen Chef viel gelernt. Und nicht nur Englberger hebt die Leistung Proschs hervor: "Der Konvent ist sich bewusst und dankbar, dass Pater Lukas für die Aufbauarbeit der Begegnungsstätte Großes geleistet hat", schreibt auch Pater Andreas
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