Fast zwei Millionen Euro Zuschüsse

Das Volumen des Haushalts der Gemeinde Speinshart "explodiert" geradezu - auf 4,678 Millionen Euro. Besonders der auf 2 809 000 Millionen Euro veranschlagte Vermögenshaushalt fällt ins Auge.
Lokales
Speinshart
14.03.2015
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Mit einem Rekordvolumen bestreitet die Gemeinde Speinshart das Haushaltsjahr 2015. Die Investitionen sind geschichtsträchtig. "Die höchsten aller Zeiten", sagt Bürgermeister Albert Nickl. Trotzdem halbiert sich die Verschuldung. Ein Traum für jede Kommune.

Das 182-seitige Haushaltswerk, das Kämmerer Karl Stopfer und mit ihm Bürgermeister Albert Nickl am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Gemeindezentrums den Räten in ihrer öffentlichen Sitzung vorlegten, strotzt vor Superlativen. 2,8 Millionen Euro "bewegt" das Klosterdorf, um seine kühnen Investitionspläne umzusetzen. Der Vermögenshaushalt steigt im Vergleich zum Vorjahr um 250 Prozent, die Investitionstätigkeit verdreifacht sich.

Basis des "explodierenden" Vermögenshaushalts sind "Segnungen" aus staatlichen Kassen. Denn Speinshart darf sich zum zweiten Mal hintereinander auf eine saftige Stabilisierungshilfe freuen. Vor allem aber ist es das kluge Fördermanagement, das den Gemeindesäckel klingeln lässt: Fast zwei Millionen Euro an Zuschüssen wurden aus den unterschiedlichsten Förderprogrammen an Land gezogen. Auch das ist rekordverdächtig.

"Gefräßige" Umlagen

Vergleichsweise bescheiden lesen sich im Vergleich dazu die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Kämmerer Karl Stopfer kalkuliert mit einem Gesamtumsatz von 1,869 Millionen Euro. Das ist ebenfalls noch Rekord, wenngleich trotz sprudelnder Steuern und Schlüsselzuweisungen (1 063 000 Euro) die Einnahmen nur bescheiden steigen. Die Umlagen an den Landkreis (465 000 Euro) und die Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach (134 000 Euro) "fressen" fast die Hälfte der Haupteinnahmen wieder auf. Dennoch wird im Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 179 000 Euro geschafft, der dem Vermögenshaushalt zugeführt werden kann.

Von knapp 800 000 Euro zu Beginn des Haushaltsjahres fällt der Schuldenstand bis Ende 2015 auf 439 000 Euro. Eine Tilgungsoffensive in Höhe von 353 000 Euro drückt die Verschuldung der Gemeinde auf fast die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Ein Großteil des Geldes stammt aus der Konsolidierungshilfe 2014. Die Sonderzuweisung des Freistaats nutzt die Kommune wie vom Bayerischen Finanzministerium vorgegeben zur Schuldenbremse.

Alltägliches im Blick

Die Pro-Kopf-Verschuldung in Speinshart wird sich damit zum Jahresende voraussichtlich auf 393 Euro belaufen - deutlich weniger als im Vorjahr (709 Euro). Der Landkreisdurchschnitt von Gemeinden mit vergleichbarer Größenordnung betrug zum Stichtag 31. Dezember 2012 689 Euro.

Bürgermeister Albert Nickl kommentierte das Haushaltswerk als Beweis für das entschlossene Handeln der Kommune. Neben den geplanten Großinvestitionen, die sich zum Teil auf mehrere Jahre erstrecken, bleibe noch genügend finanzieller Spielraum für alltägliche, aber wichtige Aufgaben, versicherte er.

Den Blick richtete er dabei auf die besondere Förderung der Kinder und Jugendlichen in Schule und Kindertagesstätte sowie auf die Freizeitgestaltung des Nachwuchses. (Bericht über die Investitionsschwerpunkte folgt).
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