Festmesse für Millionen

Lokales
Speinshart
05.06.2015
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"Wenn Jesus aus der Kirch' rauskommt, dann ist Fronleichnam." Ein neunjähriger Erstkommunikant hatte im Religionsunterricht offenbar gut aufgepasst. Ein Millionenpublikum war am Donnerstag Zeuge, wie die Speinsharter das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi feierten.

Im Klosterdorf herrschte Ausnahmezustand. Und ganz Deutschland schaute zu. Kirche und Klosterhof standen im Zeichen von Fronleichnam und der Direktübertragung der ARD und des Bayerischen Rundfunks. Während das "Erste" vom Fest des Brotes genau 60 Minuten sendete, und damit für Speinshart zum besten Werbeträger wurde, übertrug der BR in voller Länge den Prozessionstag.

"Nehmet hin, das ist mein Leib", sagte Jesus beim letzten Abendmahl. Zehn Tage nach Pfingsten begeht die Katholische Kirche das Hochfest mit reich geschmückten Wegen, so auch in Speinshart. Feuerwehr und Soldatenkameradschaft, Sportler, Malteser und kirchliche Organisationen, Bürgermeister und Gemeinderat, Kommunionkinder und Ministranten, sie alle feierten mit den Prämonstratenser-Chorherren mit.

Prächtig hatte sich einer der schönsten historischen Dorfkerne Bayerns herausgeputzt. Ein wolkenloser Himmel wölbte sich über die Gemeinde, frisches Birkengrün leuchtete in der Morgensonne, bunte Blumenteppiche, entworfen von den Fratres Johannes und Korbinian, verwandelten die Szenerie in ein üppiges Meer der Farben. Liebevoll kümmerten sich die Anlieger Johann Mayer, Sieglinde Gmeiner und Georg Müller sowie die Prämonstratenser-Abtei selbst um die vier geschmackvoll gestalteten Altäre.

Besonderer Blickfang

Auch in Speinshart beginnt Fronleichnam mit einem feierlichen Gottesdienst. Das barocke Kleinod der Klosterkirche bot einen besonderen Blickfang. Die üppige Barockausstattung des Innenraums, die kunstvollen Stuckaturen und Fresken oder die farbintensiven Marien-Motive faszinierten. Ungezählte Scheinwerfer ließen das Gotteshaus noch prunkvoller erstrahlen. Den Gottesdienst zum "Fest des Brotes" zelebrierte Abt Hermann Josef Kugler, Leiter der Prämonstratenser-Klöster in Windberg und Roggenburg und Administrator der Abtei Speinshart. Christi Worte "Nehmet hin, dies ist mein Leib" und die Botschaft vom Fest des Brotes standen dann auch im Mittelpunkt der Begrüßungsworte des Abtes.

"Die Forderung nach einem kleinen Stück Brot als Nahrung für alle, die sich nach einem erfüllten Leben sehen", war das zentrale Gottesdienstthema. "Es gibt so viele hungernde Menschen auf der Welt, dass Gott nur in der Form des Brotes zu ihnen kommen kann", zitierte der Würdenträger Mahatma Gandhi. Nach dem Gottesdienst trug der Abt die wertvolle Barock-Monstranz durch den schmucken Klosterhof. Mit dunkler Hose und weißem Hemd gekleidet, trugen die jungvermählten Gemeindebürger Thomas Arnold, Gerhard Diepold, Christian Höllerl und Johannes Zeitler den "Himmel". Diese Aufgabe gehört zu den besonderen Traditionen der Klosterpfarrei.

Liturgische Beratung

Für einen würdigen musikalischen Rahmen sorgten die Chorgemeinschaft St. Georg Pressath unter Leitung von Richard Waldmann und einer Bläsergruppe. An der Orgel saß Lukas Punter aus Regensburg. Liturgische Berater der Übertragung war Monsignore Erwin Albrecht, ARD- und BR-Senderbeauftragter der Bayerischen Bischöfe.
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