Flaggschiff Feuerwehr

Für den neuen Speinsharter Feuerwehr-Vorsitzenden Stefan Schedl (vorne, Mitte) war es eine besondere Ehre, altgedienten Kameraden für mindestens 60-, 50 und 40-jährige Mitgliedschaft Dank und Anerkennung auszusprechen. Bild: do
Lokales
Speinshart
18.11.2015
11
0

Bei der Gründung 1895 war es Pioniergeist. Heute ist es Gemeinsinn, der in der Gemeinde fortwirkt. Auch nach 120 Jahren gibt es bei der Feuerwehr keine Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil.

"Wir sind die Zukunft", erklärte Vorsitzender Stefan Schedl mit Blick auf die vielen jungen Leute im Saal des Gemeindezentrums. Als gemeinwohlorientierte Bürgerinitiative sei die Wehr die erste Adresse für Hilfesuchende. Die wertvollen Impulse der Brandschützer bereicherten das Gemeindeleben. Bürgermeister Albert Nickl titulierte beim Kameradschaftsabend die Wehr als "Flaggschiff" der Gemeinde.

Am Samstagabend segelte es Richtung Gemeindezentrum, um mit der Mannschaft zu feiern. Gründe genug gab es. 120. Jubiläum, die Ehrung zahlreicher langjähriger Kameraden und die "ewige Jugend" der Floriansjünger. "Nachwuchssorgen gibt es nicht. Wir stehen gut da", erklärte Schedl. Dabei vergaß der Vorsitzende nicht, die zu würdigen, die viele Jahrzehnte den guten Ruf der Speinsharter Brandschützer gewährleisteten oder immer noch an Ort und Stelle sind, wenn sie gebraucht werden.

"Bausteine" eines Teams

Zunächst standen mit vielen Ehrengästen, unter ihnen Ortspfarrer Pater Adrian Kugler, Bürgermeister Albert Nickl, Ehrenvorsitzender Hans Diepold, Ehrenmitglied Franz Dötsch und Vertreter der Patenvereine aus Grafenwöhr und Eschenbach, ein kurzer Rückblick auf die Gründungsgeschichte der Feuerwehr Speinshart, eine Bilanz der Ist-Situation und ein abendlicher Festschmaus im Mittelpunkt. Die musikalische Würze kam von den Kameraden Luki Geigenmüller sowie Hans und Jürgen Meyer. Dem üppigen Festessen folgten zu später Stunde noch Kaffee und Kuchen.

In seiner Festansprache würdigte Schedl jeden einzelnen Feuerwehrmann als wichtigen "Baustein" eines kameradschaftlichen Erfolgsteams. Mit den Worten "Stellt euch vor, wir haben einen Brandeinsatz und keiner geht hin" beschrieb der Feuerwehrchef ein Szenario, das in Speinshart undenkbar sei. Die Sicherheit sei bei der Wehr in guten Händen, das wisse die Bevölkerung, urteilte Schedl. Als Säulen der Einsatzbereitschaft schloss er keinen aktiven Feuerwehrler aus, hob aber dennoch die Souveränität der Führungsmannschaft mit dem jungen Kommandanten Christian Höllerl und Adjutant Andreas Stadler hervor. Ihnen galt der Glückwunsch zur bestandenen "Feuertaufe" beim Großbrand in Münchsreuth.

Aufgaben erweitert

Als Grundlagen der Qualität und Zuverlässigkeit der Speinsharter Feuerwehr nannte Schedl die Bereitschaft zur Fortbildung. "Der gute Ausbildungsstand ist ein Markenzeichen unserer Wehr", urteilte der Redner. Als "einzigartig" nannte er die Aufnahme von Mädchen und Frauen in die Feuerwehr. Zu den Pflichtaufgaben der Kommune gehörend komme die Gemeinde ihren Verpflichtungen vorbildlich nach, dankte Schedl Bürgermeister Nickl und dem Gemeinderat. Dank zollte der Vorsitzende auch seinen Vorstandskollegen Wolfgang Merkl, Robert Kausler und Christopher Neukam.

Schließlich stellte Stefan Schedl einen Zusammenhang zur Partnerschaft mit den Patenvereinen Grafenwöhr und Eschenbach her. Fünf Jahre nach der Gründung der Speinsharter Wehr im Jahr 1895 sei die Feuerwehr Grafenwöhr 1900 Pate für die erste Vereinsfahne gewesen. Nach dem Verlust der Vereinsfahne in den Wirren des Zweiten Weltkriegs habe sich dann im Jahr 1951 bei der Weihe der neuen Fahne die Eschenbacher Wehr zur Übernahme der Patenschaft bereit erklärt.

Fast überschwänglich war das Lob von Bürgermeister Nickl für seine Speinsharter Wehr. Er sprach von einer starken Truppe, einer guten Gemeinschaft und einer Spitzen-Wehr im Landkreis. Der ewige Leitspruch "Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr" habe sich in der Feuerwehrgeschichte nicht verändert, stellte der Gemeindechef fest. Nur die Aufgabenstellung habe sich wesentlich erweitert.

"Auf euch ist Verlass"

Nickl bescheinigte den Brandschützern höchste Zuverlässigkeit: "Auf euch ist Verlass." Er gratulierte den Jubilaren für ihre Treue. "Ihr seid das Rückgrat der Wehr", rief er den alten Kameraden zu. Stolz blickte der Bürgermeister auf den Nachwuchs. "Ihr macht mir viel Freude." Eine aktive Feuerwehrjugend gewährleiste ein Stück Zukunftsbewältigung der Gemeinde insgesamt, urteilte der Bürgermeister.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.