Friedensarbeit

Lokales
Speinshart
10.11.2014
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Knapp 30 Jahre steht sie bereits als Intendantin an der Spitze des Festivals junger Künstler Bayreuth, unterwegs ist sie in der ganzen Welt. Ihre enge Verbindung zur Oberpfälzer Heimat ist dadurch aber nicht brüchig geworden. Jetzt erhielt Sissy Thammer den Kulturpreis der Bayerischen Landesstiftung.

"Das ist schon eine besondere Anerkennung", sagt Thammer im NT-Gespräch. Damit werde auch die gesamte Arbeit, die in Bayreuth geleistet werde, gewürdigt. Seit 1986 ist die gelernte Buchhändlerin und studierte Juristin nicht nur Intendantin, sondern auch Veranstalterin, Kunst- und Kulturmanagerin, Hochschuldozentin und Jugendarbeiterin.

"Harter" Standortfaktor

"Der Stellenwert von Kunst und Kultur ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden", sagt die Oberpfälzerin, die in Winklarn aufgewachsen ist. Längst sei daraus ein "harter" Standortfaktor geworden. Wenn beispielsweise in der Wirtschaft immer "interkulturelle Kompetenz" bei Bewerbern gefragt sei, dann sei doch offensichtlich, woher diese kommen soll. Unter anderem deshalb sei es "Schwachsinn", wenn es oftmals bei Sparmaßnahmen zuerst an die Kürzung der Kulturförderung gehe. "Natürlich muss man schon genau hinschauen, was man fördert. Tatsache ist aber auch, dass in der Bundesrepublik die Kulturförderung im internationalen Vergleich nicht so hoch ausfällt."

Festival kein Selbstläufer

Das Festival junger Künstler in Bayreuth hat sich neben anderen auch Themen wie Völkerverständigung und Austausch der Kulturen auf die Fahnen geschrieben - angesichts einer komplexen Welt mit Kriegen, Konflikten und Unruhen kein Selbstläufer, wie Thammer weiß. "Man muss sich schon bewusst sein, dass das alles ein Dialog der kleinen Schritte und wirklich harte Arbeit ist", sagt sie. Letztendlich gehe diese Art der "Friedensarbeit" aber auf, das spüre sie jedes Jahr aufs Neue im Gespräch mit den Teilnehmern des Festivals.

Staatsminister Markus Söder hatte in seiner Kulturpreis-Laudatio auch aus diesem Grund besonders die Leidenschaft, das Talent und die Schaffenskraft Thammers hervorgehoben: "Sie ist unumstritten einer der renommiertesten und anerkanntesten Kulturpersönlichkeiten Bayerns und auch Deutschlands." Glücklich ist Thammer darüber, dass auch die Speinsharter Sommerkonzerte immer intensiver in der Region verwurzelt sind. "Das Festival junger Künstler ist hier zu Gast, wir werden jedes Jahr mit sehr großer Offenheit eingeladen", sagt Thammer. Die Künstler aus aller Welt würden mit großer Ehrfurcht, aber auch mit großem Spaß dort auftreten. Besonders freue sie sich darüber, dass es bei den Verantwortlichen im Kloster Speinshart "keine Scheu vor dem Neuen" gebe.
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