Friedhöfe nicht tot

Als Dankeschön für die wissenswerten Tipps zu Grab- und Friedhofsgestaltung überreichte Vorsitzender Josef Höllerl Fachberaterin Manuela Pappenberger einen Hasenmann für das kommende Osterfest. Bild: jhö
Lokales
Speinshart
27.02.2015
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Friedhöfe sind Teil unserer Gesellschaft. Mit einem Vortrag beim Obst- und Gartenbauverein informierte Manuela Pappenberger, welche Funktionen Bestattungsorte haben können.

(jhö) "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" - Fachberaterin Manuela Pappenberger aus Waldershof berichtete beim Speinsharter Obst- und Gartenbauverein nicht nur über Friedhöfe als Ort der Trauerbewältigung und Erinnerung, sondern auch als Platz für Erholung und Kommunikation. Zudem seien viele Friedhöfe Lebensraum für die heimische Flora und Fauna.

Grenzte die letzte Ruhestätte der Toten früher unmittelbar an die Kirche an, so wurden die Friedhöfe aufgrund von Platzmangel immer mehr an Orts- und Stadträndern oder in die freie Natur verlegt. "In den letzten Jahren kann man verschiedene Veränderungen in der Bestattungspraxis und den Friedhöfen feststellen", sagt Pappenberger. Früher sei das Sterben in die Gesellschaft eingebettet gewesen. "Sterben wird immer mehr zur Privatsache."

Immer mehr Urnen

Außerdem sei die Pflege eines Grabes schwierig geworden. Alternative Bestattungsformen wie Gemeinschaftsgrabfelder, Urnen- oder Baumbestattungen in Friedwäldern werden immer mehr nachgefragt. Anhand von Bildern erläuterte Pappenberger den Wandel im Bestattungswesen und die zeitgemäße Gestaltung mit heimischen Materialien von Mauern, Wege und Einzelgräbern.

"Prägend sind Bäume und Pflanzen, die einen hohen Symbolwert besitzen. Aussagen zur Symbolik geben Form und Wuchs, Farben der Blätter und Blüten, die Zahl, ob drei oder vierblättrig, die Früchte sowie der Duft und deren Heilwirkung", meint Pappenberger. Die Bepflanzung der Grabstätte sollte nicht nur schön, sondern auch symbolträchtig gestaltet sein, empfahl sie den Zuhörern und gab dazu viele wertvolle Tipps. "Immergrüne Pflanzen sind ein Zeichen der Unsterblichkeit, rote Rosen, Buchsbaum, Chrysanthemen bedeuten ewige Liebe. Weiße Rosen sind Zeugen von Reinheit; Gräser, Primel sowie Narzissen stehen für die Wiedergeburt. Anemonen, Krokusse und Schnittblumen zeigen die Vergänglichkeit", merkt Pappenberger an.

Trost durch Blumen

Blumen, Bäume und Sträucher gehören zum täglichen Leben. "Natürlich sollen sie auch im Tod die Trauer in ganz besonderer Weise zum Ausdruck bringen, Trost spenden und den Lebenden Hoffnung geben, Erinnerungen an die Verstorbenen wach halten", so die Fachberaterin.

Abschließend stellte die Referentin den landesweiten Friedhofswettbewerb vor. Ziel ist es, das Bewusstsein der Bevölkerung für gut gestaltete Friedhöfe zu schärfen, und dabei den seit einiger Zeit verstärkt auftretenden Urnenbeisetzungen, Gemeinschaftsgrabanlagen und anonymen Bestattungsformen Beachtung zu schenken. Wünschenswert seien Lösungen, die den individuellen Bedürfnissen der Hinterbliebenen entgegenkommen und gleichzeitig das regional geprägte Gesamtbild des Friedhofs bewahren würden, resümierte die Tirschenreuther Fachberaterin.
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