Für Gleichgewicht in der Natur

Das Bläserkorps der Eschenbacher Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes unter Leitung von Hornmeister Andreas Karl (rechts) gestaltete die Hubertusfeier mit der "Stief-Messe". Bild: rn
Lokales
Speinshart
10.11.2014
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"Seid wachsam" - diesen Spruch aus dem Sonntagsevangelium gab Pater Lukas den Teilnehmern der Hubertusmesse mit auf den Weg. Angesprochen hat er damit auch die Kreisgruppe Eschenbach im Bayerischen Landesjagdverband, die den Patronatstag von St. Hubertus feierte.

Bereits vor dem Gottesdienst stimmte das Bläserkorps auf dem Kirchplatz auf das festliche Geschehen ein. Mit einem "Menuett" eröffnete es die Hubertusmesse. Sie ist fester Bestandteil im Jahreslauf der Gemeinschaft der Jäger. Pater Lukas sah in diesem Gottesdienst einen Anlass, bei dem besonders die Jäger den Segen und den Schutz Gottes erbitten, in Zusammenhang für ihr Wirken in der Natur. Seine Gedanken gingen zurück in die Zeit der Urkirche. Seither seien Menschen, die sich in besonderer Weise von ihrem Alltag abgehoben haben, fester Bestandteil des christlichen Jahresgeschehens. Dazu gehöre heute St. Hubertus.

Er wurde um 655 geboren und verstarb am 30. Mai 727 in Tervueren bei Brüssel. Er war Bischof von Maastricht-Lüttich. Die erst spät bekannt gewordene Hirsch-Legende gab Anlass, dass er der Patron der Jäger wurde. In Anlehnung an die Legende zierte den Zugang zum Presbyterium ein prächtiges Hirschgeweih mit Birkenkreuz.

Begünstigt durch die großartige Akustik des Kirchenraumes, wurde die Festmesse zu einem Klangerlebnis. Die Bläser unter der Leitung von Andreas Karl hatten dafür die Stief-Messe ausgewählt. Zu den acht Beiträgen gehörten das "Gebet der Jäger", die Hymne an St. Hubertus und "Kommt zum großen Abendmahl". In "Großer Gott wir loben dich" stimmte die Kirchengemeinde ein. Die Gläubigen - viele hatte die Hubertusmesse angelockt - spendeten zum Ende regen Beifall.

Ausstattung fürs Leben

In seiner Predigt verglich Pater Lukas die Grundausstattung der Jäger mit der eines jeden und erklärte: "Manche Begriffe sind auch für unser Leben wichtig." Gute Schuhe und regendichte Kleidung verglich er mit dem erforderlichen Schutz im täglichen Leben. Das Fernglas wertete er als Symbol für einen erforderlichen Weitblick. Und den Rucksack des Jägers deutete er als Behältnis für Utensilien, "um im Sturm des Lebens bestehen zu können".

Die Inhalte des Evangeliums von den klugen und törichten Jungfrauen mit dem Aufruf "Seid wachsam, denn ihr kennt weder Tag noch Stunde", übertrug er auf die Jäger mit der Abwandlung: "Seid bereit, denn ihr wisst nicht, was euch vor die Flinte läuft." In der Jagd sah der Pater das Bestreben zu einem Gleichgewicht in der Natur. Auch im täglichen Leben gelte es, "ein persönliches Gleichgewicht zu kontrollieren und zu halten". Hierfür seine keine Waffe erforderlich, sondern "eine tugendhafte Haltung der Gerechtigkeit aus christlicher Haltung heraus". Den Gläubigen rief er zu: "Gerechtigkeit nimmt ihren Anfang bei uns." Seine Vergleiche der Bedürfnisse des Jägers mit denen des täglichen Lebens gingen über zu Gedanken über die Jagd des Lebens.

Das Bläserkorps begleitete auch den anschließenden Festschmaus der Jäger im Klostergasthof. Hornmeister Andreas Karl hatte dafür Stücke wie "Kurfürstenfanfare", "Point tu jour" oder "Bärenjägermarsch" ausgewählt. Es folgten Informationen zum Versicherungsrecht.
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