Gastfreundschaft macht alles wett

Eine große Zubza-Familie war der Farbtupfer beim Informationsabend, zu dem Hans Rupprecht (Dritter von links) ins Kloster Speinshart geladen hatte. Der Dientzenhofersaal musste mit viel zusätzlichen Sitzgelegenheiten ausgestattet werden. Im Bild (von links): Pater Antoni, Pater James, Hans Rupprecht, Pater Samuel, Naga-Sprachvermittlerin Clementine, Ernst Klimek, Lehrerin Regina Lehninger, Walter Rinderer und Anita Klimek. Bild: rn
Lokales
Speinshart
14.08.2015
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"Hand in Hand ins Nagaland" führte Hans Rupprecht eine überaus große "Reisegemeinschaft". Und sein Aufruf "Zubza braucht Freunde und Helfer" verhallte nicht wirkungslos.

Zu Jahresbeginn hatte er "die Gunst der Stunde genutzt", um das Nagaland und seine Menschen kennen zu lernen. Walter Rinderer, Bausachverständiger und Unternehmer aus Beidl (Landkreis Tirschenreuth), hatte für seine dreimonatige Hilfe zur Selbsthilfe beim Volk der Naga Verstärkung gesucht. Für den Eschenbacher Hans Rupprecht stand schnell fest: "Da mach ich mit!"

Mit seinen Erlebnissen und Erkenntnissen zog er seine Zuhörer im Dientzenhofer-Saal des Klosters zweieinhalb Stunden lang in seinen Bann. Das Nagaland liegt im äußersten Nordosten des indischen Subkontinents, begrenzt von China und Myanmar, dem ehemaligen Burma, informierte Rupprecht. Im Vergleich zu Gesamtindien stufte er die Naga als "relativ gebildet" ein. Etwa 90 Prozent von ihnen sind Christen und zwar Baptisten. In dem relativ jungen Bundesstaat, der erst 1963 entstand, sind die Frauen gleichberechtigt.

Lernen, Spiel und Arbeit

Mit Hilfe vieler Bilder entführte der "deutsche Hans", wie er bei den Naga genannt wird, in ein Dschungelgebiet, in dem, wo es möglich ist, Reis als Hauptnahrungsmittel angebaut wird. Die Wasserstelle im Ort wird mit einer einfachen Handpumpe betrieben. In der Schule, einem Projekt des Marktes Weisendorf bei Erlangen, wird durch einen Filter das Trinkwasser gereinigt. Die Kinder haben seitdem keine Magen-Darm-Beschwerden mehr. Zum Tagesablauf der Internatsschüler, die ihre Wäsche selbst waschen müssen, gehören neben Unterricht und Lernen nur noch je eine Stunde Spiel und Arbeit. Als Waschplatz dienen Steinplatten.

Kleine Bambushäuser sind die typischen Gebäude in der Region. Zur Einrichtung gehören eine Küche mit offenem Feuer und ein großes Bett für die gesamte Familie. Plastik- oder Bambusverschläge dienen als Toilette. Die Orte verfügen über keinen Friedhof. Die Toten werden dort bestattet, wo sich gerade Platz bietet.

Hans Rupprecht, ehemaliger Berufssoldat mit langjähriger Erfahrung auf dem Balkan und in Afghanistan, war seine Begeisterung für sein neues Betätigungsfeld als Entwicklungshelfer anzumerken. Er schwärmte von dem "Erlebnis der Gastfreundschaft", das alle Mühen und die eigene Finanzierung der Reise vergessen lasse. Die lebendigen Berichte fesselten seine "Mitreisenden". Sie erfuhren auch, wie sich aus der Schulpartnerschaft Weisendorf-Zubza ein Projekt entwickelt hat, das Erzbischof Dr. Ludwig Schick mit dem Ehrenamtspreis der Diözese Bamberg ausgezeichnet und das durch Barbara Stamm Anerkennung im Bayerischen Landtag gefunden hat. Zum Erfolgsprojekt gehören unter anderem der Aufbau einer Sanitätsstation sowie die Mithilfe beim Bau von Schulgebäuden für 700 Kinder und von Häusern für die ärmsten Familien.

"Children-Park Eschenbach"

Als künftige Vorhaben nannte Rupprecht die Erweiterung der Solaranlage, die Anlage eines Spielplatzes - der den Namen "Children-Park Eschenbach" erhalten werde - sowie der Kauf eines Generators und von Decken für den Winter. Als besonders wichtig erachtete er es, den Kindern an der Schule Wissen zu vermitteln, das sie als künftige Multiplikatoren weitergeben können.

Ernst Klimek vom Zubza-Projektteam Weisendorf zeigte sich glücklich über die neue "Brücke von Weisendorf über die Oberpfalz nach Indien". Er gab weitere Informationen und zeichnete Hans Rupprecht mit der Zubza-Ehrenmedaille aus. Der Eschenbacher wiederum bedankte sich bei seiner Ehefrau Petra für ihr Verständnis und ihre Unterstützung.
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