Geldspeicher reicht für Reserve

Trinkt viel Wasser, die Qualität ist überragend und der Preis stimmt. Das gibt doppelten Grund zur Freude.
Lokales
Speinshart
09.03.2015
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Flüssiger Wasserzweckverband Seitenthaler Gruppe: Einen neuen Hochbehälter für 500 000 Euro finanziert der Verband aus Rücklagen. So dürfen sich die Verbraucher weiter über rekordverdächtig niedrige Preise freuen. Bei der Bürgerversammlung feierten sie den Verantwortlichen dafür wie einen Popstar.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Josef Wiesend ließ sich von diesem Sprichwort bei seiner Arbeit als Vorsitzender des Wasserzweckverbands Seitenthaler Gruppe leiten. In der Bürgerversammlung informierte der Wächter über das Trinkwasser der Gemeinde und einiger Ortsteile der Stadt Neustadt am Kulm über die Notwendigkeit einer größeren Wasserreserve. "Feuerschutz und Versorgungspuffer verlangen einfach noch mehr Reserve".

450 Kubikmeter

Seine Schlussfolgerung, die er mit den Fachleuten des Wasserwirtschaftsamtes teilt: der Zweckverband braucht einen neuen Hochbehälter. 450 Kubikmeter soll der einmal fassen, ein Anbau an die bestehende Wasserreserve in Haselbrunn unwirtschaftlich. Die Kosten sind schon berechnet. Ein Fachingenieur schätzt die Investition auf eine halbe Million Euro.

Schon jetzt versorgen die Hochbehälter auf dem Barbaraberg, in Scheckenhof (Stadt Neustadt am Kulm) und in Haselbrunn die Bevölkerung. Als Versorgungsquelle nutzt der Zweckverband den Tiefbrunnen 3 am Hellerberg nördlich der Ortschaft Zettlitz. Aus 110 Metern Tiefe fördert die Pumpstation je nach Bedarf bis zu zwölf Liter unbelastetes Tiefenwasser je Sekunde. "Eine gute Schüttung", wie Josef Wiesend bemerkt.

Mit der Wasserversorgung der Gemeinde Trabitz bestehe eine Notverbindung. Eine vernünftige Lösung zur Versorgungssicherheit beider Gemeinden. In der Aufbereitungsanlage bei Seitenthal müsse das "wichtigste Lebensmittel" nur noch entsäuert werden, schilderte der "Wassermann" den weiteren Versorgungsweg zum Verbraucher. "Das Trinkwasser vom Hellerberg enthält zu viel Kohlensäure", wusste Wiesend. Zur Schonung des Leitungssystems werde das Wasser auf ein ausgewogenes Kohlensäureverhältnis reduziert.

"Ein Sensationspreis"

Den grundsätzlichen Ausführungen über die Wassergewinnung folgten Informationen zur Finanzierung einer sicheren Versorgung aller Gemeindeteile Speinsharts und der Ortschaften Scheckenhof und Filchendorf im Gebiet der Stadt Neustadt am Kulm. Der Verbandsvorsitzende nannte einen Wasserpreis von 77 Cent zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer. "Ein Sensationspreis", wie Wiesend bei einem Vergleich mit anderen Kommunen bemerkte. In Bayern betrage der Durchschnittspreis 1,70 Euro.

Gespannt erwarteten die Besucher der Bürgerversammlung die Schlussfolgerung des Speinsharter "Wasserpapstes". Wird die Großinvestition von zirka 500 000 Euro den Wasserpreis für die angeschlossenen 1500 Abnehmer in 430 Haushalten verteuern? Rauschender Beifall war Josef Wiesend gewiss, als er Entwarnung verkündete. "Wir können die Baumaßnahme aus den Rücklagen stemmen", versicherte Wiesend den erleichterten Zuhörern.

Kleiner Wermutstropfen

Eine sparsame Führung der Verbandskasse mit einer vorausschauenden Rücklagenbildung über Jahrzehnte ermögliche heute diese gute Nachricht, frohlockte Wiesend. Auch höhere Herstellungsbeiträge oder einen Verbesserungsbeitrag schloss der Vorsitzende aus. Nur einen Wermutstropfen hatte der Vorsitzende zu verkünden.

"Die Neumitglieder aus Zettlitz müssen die Kosten für den jüngst vorgenommenen Anschluss an die Wasserversorgung der Seitenthaler Gruppe selber tragen". Als sicheres Rezept für weiterhin preisgünstiges Trinkwasser empfahl Wiesend schmunzelnd: "Trinkt viel Wasser, die Qualität ist überragend und der Preis stimmt. Das gibt doppelten Grund zur Freude."
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