Geopark-Ranger erläutert geologische Besonderheiten
Einblicke in die Urzeit

Speinshart
09.06.2010
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Bei einer Exkursion vom Klosterdorf zum Barbaraberg führte Geoparkranger Kurt Pongratz rund 25 Interessierte durch 20 Millionen Jahre Erdgeschichte. Unterwegs erläuterte er den Aufbau der Schichtstufenlandschaft und die Bedeutung der aufgelassenen Tongrube am Fuße des Barbaraberges.

Vom Ende der Zeit des Muschelkalks, der vor 235 Millionen Jahren entstanden ist - auf dieser Scholle wurde das Kloster Speinshart erbaut - bis zum beginnenden Jura vor 205 Millionen Jahren erstreckt sich laut Pongratz die erdgeschichtliche Phase des Keupers. Geologisch hat sie maßgeblich die Gegend um Speinshart geprägt. Auf den Schichten des mittleren Keupers, auf denen die Barbarakirche steht, endete der Ausflug.

Der Geoparkranger führte nach einem kurzen Abriss der Klostergeschichte die Gruppe mit anschaulichen Erklärungen durch die Natur und erläuterte geologische Besonderheiten. "Speinshart lag im Gegensatz zu Bayreuth in der Zeit des Muschelkalks nicht komplett im Meer, sondern im Übergangsbereich von Meer und Land", wusste Pongratz. "Da sich deshalb immer wieder Sandfrachten in dieser Region ablagerten, bestehen hier die Schichten des Muschelkalks aus Sandstein, in Bayreuth hingegen aus Kalkstein." Auf der Wanderstrecke veränderte sich die Beschaffenheit des Bodens. Da die Keuperablagerungen zwischen Speinshart und Barbaraberg aus einer Wechselfolge von Sand- und Tonstein bestehen, enthält die aufgelassene Tongrube außergewöhnliche Sedimentstrukturen. Als Beispiel dafür nannte der Ranger Trockenrisse.
Diese Strukturen entstanden dadurch, dass sich in der Zeit des Keupers das Meer weitgehend zurückzog. Stattdessen bildeten sich Süßwasserseen, die abwechselnd austrockneten und sich wieder mit Wasser füllten, erklärte Pongratz: "Immer, wenn das Wasser verschwunden war, bildeten sich Risse. Diese wurden bei jeder neuen Überflutung mit Sediment gefüllt und sind auf diese Weise bis heute erhalten."

Auf ähnliche Weise entstanden in der Grube auch Steinsalzkristalle. Pongratz: "Verdunstete das Wasser, bildeten sich würfelartige Steinsalzkristalle im Sediment. Füllte sich der See anschließend mit Wasser, so lösten sich diese auf, und die Kristallform wurde mit Sediment gefüllt." Solche "Ausgüsse" sind bis heute erhalten und häufig zu finden.
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