Gewächshaus des Glaubens

"Berufen - Zum Jahr der Orden" hieß das Thema des Festvortrages des Benediktiner-Abtes von Plankstetten anlässlich des Speinshart-Tages im Musiksaal des Klosters. Bilder: do (2)
Lokales
Speinshart
06.07.2015
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In der Spur Jesu zu leben. Diesen Auftrag sieht Beda Sonnenberg. Bem Vortrag zum Speinshart-Tag beleuchtet der Abt der Benediktinerabtei Plankstetten das Verbindende zwischen Benediktiner und Prämonstratenser und lobte Papst Franziskus Initiative zum "Jahr der Orden".

Dem Kontext des Ordensjahres folgend erläuterte der Benediktiner-Abt am Freitag im Musiksaal des Klosters die Vielfalt des Ordenslebens in Deutschland und ermunterte, dem Aufruf des Heiligen Vaters Taten folgen zu lassen. "Es ist die große Aufgabe der Ordensgemeinschaften, aus dem Glauben die Welt zu verändern." Als Kernaufgabe dieses Lebensmodells der Ordensleute nannte der Redner die Bestimmung, Gemeinschaft bewusst zu leben.

Klostermauern atmen, davon ist der Abt überzeugt. Beten und arbeiten sei aber nur Teil des Klosterlebens. Glaubensvermittlung, Kommunikation und echte Beziehungen gehörten zu den Grundlagen klösterlicher Zielsetzungen: "Gehen wir zu den Menschen, sie brauchen diese Ansprache." Die Aufforderung zum spirituellen und lebensorientierten Netzwerk verband der Abt mit einem Blick auf eine Lebensbeschreibung von Norbert von Xanten, dem Gründer des Prämonstratenser-Ordens unter der Regel des heiligen Augustinus.

"Gemeinsame Wahrheiten" nannte Sonnenberg die Berührungspunkte zwischen Benediktinern und Prämonstratensern im zweiten Teil des Festvortrags. Der Abt sprach von vier Elementen der Orientierung im Einklang mit dem Papstaufruf zur inneren Erneuerung. Die Seelsorge als Kunst der Künste zu verstehen, die geistliche Begleitung zu fördern, die eremitische Dimension mit Begeisterung zu leben und dem Gelübde der "Stabilias loci", der Beständigkeit verpflichtet zu sein, nannte der Pater als die vier Grundsätze beider Orden.

"Der Glaube wächst an dem Ort, an dem sich Mönche oder Chorherren verpflichten, zu bleiben", urteilte der Abt. Aus diesem Gelübde entstehe Gemeinschaft, die sich zum Strahlungszentrum für eine Region entwickeln könne. Mit dieser Beharrlichkeit entstehen in den Klöstern und Abteien Reifungsprozesse, in denen Menschen wachsen, blühen und reifen können. "Qualifizierte Einsamkeit" nannte der Kirchenmann dieses selbstgewählte Rückzugsgebiet, das dem Leben der Ordensleute geistliche Tiefe und Qualität gebe und schließlich den Dialog fördere, einander zuzuhören und die Offenheit zu wagen. "Ganz im Sinne von Papst Franziskus, die Begegnung mit den Menschen zu suchen", wie der Abt abschließend bemerkte.

Zu Beginn des Speinshart-Tages hatte Georg Girisch, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Speinshart, im überfüllten Musiksaal die vielen treuen Besucher begrüßt und die blühende Entwicklung des Klosters und der Internationalen Begegnungsstätte gewürdigt. Die langjährige finanzielle Förderung zur Sanierung der Prämonstratenser-Abtei und zum Aufbau einer Internationalen Begegnungsstätte setzt der Verein fort (Bericht folgt). Dem Festvortrag, der Spendenübergabe und der Ehrung folgte eine Begegnung bei Klosterbier und Frankenwein im Innenhof des Klosters.
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