"Gute Arbeit für gute Leute"

Lokales
Speinshart
14.11.2015
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Die Tremmersdorfer Brandschützer bekommen ein neues Tanklöschfahrzeug. Verbunden ist die Neuanschaffung mit mehr Verantwortung in einer höheren Liga, so Bürgermeister Albert Nickl. Ausgestattet mit Atemschutz wartet auf mindestens zwölf Wehrmänner eine Atemschutzausbildung.

Der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Tremmersdorf wollte es am Donnerstagabend aus berufenem Munde hören. Bürgermeister Albert Nickl schlug dem Gemeinderat den Kauf eines neuen Löschwagens vor. Vorausgegangen waren Zusagen des Gemeindechefs in den vergangenen Jahren, eine Finanzierung des "roten Renners" im Gemeindehaushalt des kommenden Jahres und die Besichtigung von Löschfahrzeugen entsprechend der Aufgaben einer kleineren Ortsfeuerwehr.

Der Bürgermeister fasste die Beratungen aus der jüngsten Zeit, einschließlich der Rücksprachen mit der Tremmersdorfer Wehr, zusammen und schlug dem Gemeinderat den Neukauf eines "TSF-W" vor. Dabei handelt es sich um ein Basisfahrzeug für alle Brandeinsätze mit großen Gewichtsreserven für umfangreiche Zuladungen. Nickl sprach von einem breiten taktischen Einsatzwert und meinte damit die Ausrüstung mit einem Löschwassertank, mit Atemschutz und mit Tragkraftspritze. Im Haushaltsplan der Gemeinde kündigte der Sitzungsleiter auf der Basis der Finanzplanung einen Ansatz von 150 000 Euro zuzüglich einer realistischen Anpassung nach oben an. Bürgermeister und Brandschützer rechnen mit Anschaffungskosten zwischen 160 000 und 170 000 Euro.

"Wir stemmen das"

Gemildert werden die finanziellen Anstrengungen der Gemeinde durch eine Förderung des Freistaates mit knapp 44 000 Euro. Ganz tief greift die Wehr selbst in die Vereinsschatulle. 25 000 Euro habe die Tremmersdorfer Wehr als Zuschuss in Aussicht gestellt, frohlockte der Bürgermeister. Eine weitere Bestätigung für den starken Gemeinsinn, so Nickl, der auch auf die künftige Bereitschaft baut, eine selbstständige Gruppe von mindestens zwölf Atemschutzträgern zu gründen. Als weitere Schritte zur Neuanschaffung nannte er den Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, den Zuwendungsantrag, Ausschreibung, Angebotseröffnung und Auftragsvergabe. Mit diesem Prozedere als Voraussetzung rechnet Nickl mit dem Fahrzeug 2017.

Kommandant Andreas Sticht begründete den Wunsch der Wehr nach einem soliden Löschfahrzeug mit ständig steigenden technischen Anforderungen an die Brandschützer. "Unsere Empfehlung ist dieser Entwicklung geschuldet", urteilte der Chef der Aktiven und verwies auf die starke Jugendfeuerwehr, die es gelte, in die Verantwortung weit mehr als bei Verkehrsregelungen zu nehmen. "Wir stemmen das", erklärte der Kommandant mit Blick auf die Notwendigkeit künftiger Einsätze mit Atemschutz und der Ausbildung einer Träger-Mannschaft. "Wachsen oder Weichen" nannte Vorstand Martin Rodler die Vorzeichen bei künftigen Einsätzen. Ohne gute Ausstattung habe die "Wehr beim heutigen Anforderungsprofil keine Zukunft", betonte er. Oftmals bestimme die Technik das Einsatzgeschehen - das erst recht bei einer Vorausschau auf die nächsten 30 Jahre.

Den Leitgedanken des "Wachsens" nahm Gemeinderat Roland Lins für die CSU-Fraktion zum Anlass, auf wachsende Aufgaben und wachsende Kosten hinzuweisen. Lins nannte die Fahrzeugausstattung zeitgemäß. Ohne Atemschutz sei ein Feuerwehreinsatz nur noch eine halbe Sache. Zudem ist er davon überzeugt: "Ein neues Feuerwehrfahrzeug bringt auch mehr Schub und Schwung ins Team." Künftig müsse sich die Wehr an den höheren Anforderungen messen lassen.

Neue Motivation

Zweiter Bürgermeister Roland Hörl verwies auf die Möglichkeit junger Leute, den neuen 7,5-Tonner fahren zu dürfen und erinnerte mit Blick auf die Förderzusage der Wehr, "dass auch andere Finanzierungen zu Lasten der Gemeinde möglich gewesen wären". Als "gute Arbeit für gute Leute" bewertete Holger Götz die Kaufabsicht, Johann Mayer bemerkte: "Wenn sich die Leute es zutrauen, dann kann man sie nur dazu ermutigen." Das bringe neue Motivation. Es folgte ein einstimmiger Grundsatzbeschluss für den Kauf eines TSF-W mit Tragkraftspritze.
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