"Holz machen ist eine lohnende Sache"

2014 war ein warmes, trockenes Jahr mit einer knappen, aber ausreichenden Wasserversorgung. Der Niederschlagsüberschuss kam erst ab Mitte Oktober.
Lokales
Speinshart
04.03.2015
4
0

Nässe und fehlender Bodenfrost: Das stellt Waldbauern und Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) vor Probleme. Der Holzeinschlag im Winter wird immer schwieriger. FBG-Geschäftsführer Reinhard Wiesent warf deshalb die Frage auf, ob dieser in die Sommer- und Herbstmonate verlagert werden sollte.

"Wir sind gut gefüllt": Das galt für das Gemeindezentrum Speinshart bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach.

Zu den Waldbauern hatten sich Vertreter des Maschinenrings und der benachbarten Forstbetriebsgemeinschaften, von Sägewerken und Baumschulen sowie des Amts für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, die Bürgermeister von Eschenbach, Grafenwöhr und Speinshart und Manfred Schwarzfischer, der Leiter der Bayerischen Waldbauernschule Kelheim, gesellt.

In seiner Rückschau berichtete Vorsitzender Markus Heining von fünf Arbeitssitzungen des Vorstands, vier Treffen der FBG-Arbeitsgemeinschaft Nord, zwei Tagungen mit der Forstverwaltung, einer Fahrt der Mitglieder zur Interforst, mehreren Fortbildungsveranstaltungen für die Waldbauern und vier Gebietsversammlungen. Auch beim Waldkinderfest in Grafenwöhr war die Forstbetriebsgemeinschaft mit einem Informationsstand vertreten.

Borkenkäfer "verhungert"

Im vergangenen Jahr wurden für die Mitglieder insgesamt 14 152 Festmeter Holz vermarktet. Mit dieser Meldung wartete Geschäftsführer Reinhard Wiesent in seinem Rechenschaftsbericht auf. Aus den Holzzahlungen "Verkauf ab Stock" nahm die FBG 864 279 Euro ein. Die von ihren Mitarbeitern erbrachten Dienstleistungen wurden den Auftraggebern mit 108 629 Euro in Rechnung gestellt.

"2014 war insgesamt gesehen ein warmes, trockenes Jahr mit einer knappen, aber ausreichenden Wasserversorgung. Der Niederschlagsüberschuss kam erst ab Mitte Oktober." Zu diesem Schluss kam Wiesent bei der Analyse des Witterungsverlaufs. Positiv für die Waldbauern sei die Entwicklung des Borkenkäfers verlaufen. Denn dieser sei "in den Startlöchern verhungert".

Erfreut zeigte sich der FBG-Geschäftsführer darüber, dass die Nachfrage nach Rundholz das ganze Jahr über sehr hoch war. Durch den Preisverfall bei den Sägenebenprodukten und die nicht ansteigenden Schnittholzpreise seien die Sägewerke allerdings sehr unter Druck gestanden. Hohe Nachfrage habe nach Kiefernrundholz und Langholz bestanden. Ein besonderes Anliegen war es Wiesent, eine gute Partnerschaft mit den Sägewerken zu halten und "nicht erst dann Holz zu machen, wenn jemand anders uns auffordert". Er meinte damit Sturm oder Schneebruch.

Polter gut lagern

"Wir hatten relativ gute und stabile Preise", hob der FBG-Geschäftsführer hervor. "Holz machen ist eine lohnende Sache", schrieb er den Waldbauern ins Stammbuch. Wie jedes Jahr - sowie aus gegebenem Anlass - appellierte er an die Mitglieder, auf einen vernünftigen Wegebau und eine gute Lagerung der Polter zu achten. Dies untermauerte er mit aussagekräftigen Bildern.

Die gesamte Waldfläche der Mitglieder bezifferte Wiesent mit 4841 Hektar. Der Anteil der Waldbesitzer mit einer Fläche von bis zu vier Hektar sei allerdings mit 48,4 Prozent sehr hoch. Nur 2,7 Prozent verfügten über mehr als 20 Hektar. Daher machte er deutlich: "Mitglieder wie die Städte Eschenbach und Grafenwöhr brauchen wir, um die FBG vernünftig zu bewirtschaften." Zahlen nannte der Geschäftsführer auch zu den Abnehmern: Diese setzten sich aus 15 Holz- und 37 Brennholzkäufern zusammen.

Die Vermarktungsmenge gab er mit 14 152 Festmeter an, davon 7603 bereits im ersten Quartal. Auf Kiefer entfielen 6737, auf Brennholz 1842 Festmeter. Wiesent berichtete von sehr vielen Durchforstungen: Das Angebot werde gut angenommen.

Voll im Trend liegen die FBG-Mitglieder mit Nachpflanzungen und Pflanzenbestellung. Der Geschäftsführer berichtete, dass insgesamt 51 355 Pflanzen gesetzt worden seien: 40 980 Laubholz-, 9525 Nadelholz- und 650 Containerpflanzen.

Das Heizwerk Grafenwöhr, das von der FBG mit Hackschnitzel beliefert wird, erhielt laut Wiesent geschätzt 850 Schüttraummeter. Nicht zuletzt erstattete er für den Finanzverwalter der Forstbetriebsgemeinschaft den Kassenbericht und folgerte aus dem Zahlenwerk: "Die Forstbetriebsgemeinschaft steht auf gesunden Füßen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.