Interesse kleiner als Erwartung

Lokales
Speinshart
09.12.2014
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Was man schon immer über Speinsharts Patres wissen wollte: Pater Benedikt Schuster beichtete bei der "Großen Erwartung" eine Karl-May-Sucht in seiner Jugend und Pater Adrian zeigte, dass ein Reinhard Mey in ihm steckt.

Dem Jüngsten im Konvent war es vorbehalten, die Veranstaltung zu eröffnen: Um 13.30 Uhr begrüßte Frater Korbinian die Besucher. Am Kloster-Portal stellte er das Programm an diesem besonderen Adventssonntag vor. Zum zweiten Mal lud das Kloster zur "Großen Erwartung".

Kinder wie Erwachsene kamen auf ihre Kosten. Literatur, Musik und Kunst ergänzten den adventlichen Markt. Kinder durften Plätzchen backen, Sterne aus Filz und Stroh basteln, Christbaumkugeln blasen oder Aquarelle malen. Mal mehr und mal weniger dichtes Gedränge gab es an den Ständen mit Kunsthandwerk, Büchern oder "Schönem aus Holz". Allerdings war die vorweihnachtliche "Konkurrenz" in Kirchenthumbach, Auerbach und Wildenreuth zu bemerken.

Um Zuhörer keine Sorgen musste sich Pater Adrian machen. Im Refektorium im Erdgeschoss sang der Chorherr seine Lieblingslieder und begleitete sich auf der Gitarre. Sehr schnell war klar, dass der Speinsharter Pfarrer ein exzellenter Sänger ist und ein Faible für Reinhard Mey hat. Seine Zuneigung zu einem May machte Prior Pater Benedikt einige Räume entfernt öffentlich. Gewürzt mit seinem trockenen Humor stellte er Karl May als Helden seiner Jugend vor. "Winnetou I bekam wohl jeder zur Erstkommunion." Später habe er Antoine de Saint-Exupéry und Tolstois "Sewastopoler Erzählungen" entdeckt. Damit habe seine "Neigung zu den Slawen" begonnen.

Viele Angebote warteten den ganzen Nachmittag: Meditativer Tanz mit Andrea Kick, Erzählungen aus Weihnachten in anderen Ländern mit Elisabeth Thielsen, Kristina Jurosz-Landová und Leonore Böhm, weitere Buchvorstellungen und Tipps von Sissy Thammer, Kathrin Karban-Völkl und anderen Autoren des Verlags Eckhard Bodner. Musik-Auszeiten bot das Ensemble Florian Christl, Führungen gab es durch die Ausstellung "900 Jahre Kloster Kladruby". Bestens gesorgt war den ganzen Tag für die Verpflegung. Den Abschluss markierte das Abendgebet in der Klosterkirche.
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