Journalistin Kathrin Seyfahrt berichtet in Speinshart über Genitalverstümmelungen
"Aufklärung ist der Schlüssel"

Kathrin Seyfahrt sprach in Speinshart über Genitalverstümmelung an afrikanischen Frauen. Bild: do
Lokales
Speinshart
22.04.2015
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"Wunschträume/Netzwerk für Mädchen und Frauenprojekte" engagiert sich seit vielen Jahren in Afrika für die medizinische Grundversorgung und die schulische Bildung von Mädchen und Frauen. Gründerin Kathrin Seyfahrt ist freie Journalistin. Aufenthalte in Afrika und eine Begegnung mit Karl-Heinz Böhm veranlassten sie dazu, den Verein zu gründen. In der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart berichtete die Frauenrechtlerin über ihren Kampf gegen eine uralte Tradition: die Beschneidung junger Mädchen.

Die Herz und Seele berührenden Ausführungen von Seyfahrt beschrieben vor allem die traumatisierenden Folgen der unmenschlichen Eingriffe. Seit Jahren klärt die in München wohnende Journalistin Menschen in den Dörfern im westafrikanischen Burkina Faso auf. Die Folgen für die Gesundheit und das psychische Wohlergehen der Frauen seien gravierend.

Über ihre Initiative "Wohlstandshunger und Armutshunger" sei der Weg zum Thema der weiblichen Genitalverstümmelung oder kurz FGM genannt (Female Genital Mutilation), nicht weit gewesen. Die Referentin beleuchtete das Ritual und verwies auf die Begünstigung durch patriarchale Strukturen. Einen Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zu bestimmten Religionsgemeinschaften verneinte sie. Noch heute gelte in Teilen der Welt die Beschneidung als Mythos der Reinheit. Kathrin Seyfahrt folgerte: "Im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung gibt es nichts Besseres als Bildung." Am Beispiel des Bangr-Nooma-Projektes entdeckte die Journalistin Fortschritte, Aberglauben und Ängste zu durchbrechen. Die Aufklärungskampagnen hätten seit der Gründung der Organisation über 800 000 Menschen erreicht. Bei rund 33 000 Frauen habe eine Beschneidung verhindert werden können.

Zu den guten Nachrichten gehörten die erfolgreichen Bemühungen des Vereins zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge und beim Aufbau von Bildungseinrichtungen. Seyfahrt verwies auf ein Schul- und Kindergarten-Projekt in der Hauptstadt, auf die Gründung eines Waisenhauses und die Eröffnung eines Ausbildungszentrums für junge Frauen.
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