"Junge Tonkünstler" interpretieren Mozart und Beethoven
Orchester trifft Solo-Fagott

Lokales
Speinshart
08.10.2015
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Klassisches auf hohem künstlerischen Niveau bot das Junge Tonkünstler Orchester. Das Ensemble unter der Leitung von Manfred Jung überzeugte auf ganzer Linie in der Speinsharter Klosterkirche, und Instrumental-Solist Christian Kunert sorgte für ganz besondere Momente.

Zum Speinsharter Rosenkranzfest gehört auch das Abschlusskonzert - das hat seit vielen Jahren Tradition Mit dem Jungen Tonkünstler Orchester gastierte ein Ensemble, das vor gut zwei Jahren seine musikalische Visitenkarte hinterlassen hatte. Auf dem Programm standen diesmal Werke der "klassischen Klassiker" Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Knapp 80 Minuten lang entführten die etwa 40 Instrumentalisten unter der Leitung von Manfred Jung die Zuhörer in die Zeit der Wiener Klassik.

Heldentenor als Dirigent

Den Auftakt machte Mozarts "Divertimento F-Dur, KV 138", das Orchester beeindruckte hier bereits durch seine beiden Wesenskerne - glänzendes Zusammenspiel und klare Akzentuierungen. Da perlten die Klänge des Mozart'schen Werkes mit geradezu spielerischer Leichtigkeit durch das Gotteshaus - bis hin zum furiosen, fast übermütigen Presto. Auch heute noch kaum vorstellbar, dass der jugendliche Mozart das Werk so beiläufig auf einer Rückreise von Italien komponiert hat. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Qualität des Dargebotenen hatte Manfred Jung: Der in den 1970er und 1980er Jahren als Heldentenor Wagner'scher Prägung gefeierte Sänger bestach als Dirigent mit dem Gespür für die richtige Klangbalance. Er brachte die jungen Ausführenden dazu, einander zuzuhören, so dass der homogene und transparente Klang ein Leichtes war.

Nächster Höhepunkt war Mozarts "Konzert in B-Dur für Fagott und Orchester KV 191" mit dem Solo-Fagottisten Christian Kunert. Besonders im Allegro sowie im Rondo boten sich für den Künstler - unter anderem Solo-Fagottist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg und Professor für Fagott an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg - virtuose Möglichkeiten, sein Können zu zeigen: Hohe wie tiefe Lagen waren gefordert, ergänzt mit reizvollen Wechselspielen ("Frage-Antwort") zwischen Fagott und Orchester. Kunert verlieh der an sich schon eigenen Klangfarbe des Instruments das "gewisse Etwas".

Was schließlich für den großen Philosophen, Musiktheoretiker und Komponisten Theodor Adorno die "Symphonie par excellence" darstellte, fehlte auch in Speinshart nicht: Das Konzert endete mit Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 7. Nochmals zeigte sich hier die faszinierende Einheit des Ensembles, dessen Können spürbare Spielfreude trug. Die einzelnen Sätze waren durch und durch gelungen, am bekanntesten sicherlich das "Allegretto" - bekannt aus dem Oscar-prämierten Film "The King's Speech".

Als Zuhörer ertappte man sich immer wieder dabei, unwillkürlich den Takt mitschlagen zu wollen. Langer Applaus belohnte die Künstler für einen außerordentlichen Abend.
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