"Kirche im Dorf lassen"

"Heißer Cappuccino und brennende Fragen" mit Landvolkpfarrer Christian Kalis (links) machte in der Pfarrei Speinshart Station. Die Katholische Landvolkbewegung hatte zum Thema "Land, Leben, Glauben" ins "Kirchencafé" eingeladen. Bild: do
Lokales
Speinshart
13.11.2015
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Die Katholische Kirche befindet sich im Umbruch - auch auf dem Land. "Land, Leben, Glauben": Mit dieser Kampagne will deshalb das Katholische Landvolk die Menschen stärken, stützen und ermutigen. Auch in der Pfarreiengemeinschaft Speinshart. "Kirchencafé", heißt das Zauberwort.

"Heißer Cappuccino & brennende Fragen", lautete das Thema bei der Veranstaltung, zu der Katholische Landvolkbewegung (KLB) und Pfarrgemeinderat eingeladen hatten und die frischen Wind in die Pfarrgemeinden bringen soll. Woher könnte die Erneuerung kommen und wie müsste sie aussehen, um das Landleben wieder lebendiger zu machen? Fragen und Anliegen zu diskutieren und eine Modernisierungs- oder gar Überlebensstrategie für die kirchliche und religiöse Zukunft zu entwickeln, dafür stellte das "Kirchencafé" eine gute Gelegenheit dar.

Nach einem Gottesdienst mit Landvolkpfarrer Christian Kalis, Abt Hermann Josef Kugler und Ortspfarrer Pater Adrian Kugler - musikalisch begleitet von der Gruppe "Laudate" - packte KLB-Diözesangeschäftsführer Klaus Hirn im Kreuzgang der Prämonstratenser-Abtei seinen Aktionskoffer aus. Mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats und den Besuchern testete er sein Glaubensspiel. Die Teilnehmer waren dabei gefordert, auf Handzetteln praktische Vorschläge zu äußern. Hirn ermunterte zur aktiven Mitgestaltung des Vormittags und zu einer lebendigen Diskussion.

Mit Blick auf das Motto des KLB-Bundesverbands "Kirche im Aufbruch" unterstrich Christian Kalis den Anspruch der Veranstaltung, die Gläubigen zu ermuntern, "in der Gegenwart und im Heute" an der Gestaltung der Welt teilzunehmen. Gerade Papst Franziskus lade dazu ein, kreativ zu sein in der Aufgabe, Ziele, Strukturen und Stil der angewandten Methoden zu überdenken. "Kirche im Aufbruch" solle dazu beitragen, sich mit "brennenden" Fragen auseinanderzusetzen und ausgetretene Wege zu verlassen.

Den Pfarrer unterstützen

In Speinshart wirkten diese Worte allemal befruchtend, und ein heißer Cappuccino ermunterte die Besucher, "frei heraus" ins Gespräch zu kommen. Die Inhalte bestimmten die Teilnehmer selbst. Über den Glauben zu sprechen, die Sorge über das schwindende Interesse an der Kirche zu artikulieren und die Herausforderungen in Pfarreiengemeinschaften zu meistern, bestimmten fortan die Diskussion.

Die "Kirche im Dorf zu lassen", war nur einer von vielen Wünschen an die Kirchenführung. Dies veranlasste den Landvolkpfarrer zur Frage: "Wie weit kann man seelsorgerische Aufgaben in die Hände einer Gemeinschaft geben, die im Dorf verortet ist?" Für Pfarrer Franz Winkelmann, Kreisseelsorger der KLB, eine Selbstverständlichkeit: "Trauen Sie sich, etwas selber zu machen, und reden Sie nicht über den Pfarrer, sondern helfen Sie ihm."

Klage über Ausdünnung

"Die Laien-Kompetenz wurde stark beschnitten", bedauerte KLB-Kreisvorsitzender Manfred Kellner. Klage über die Ausdünnung des Pfarrgemeinderats-Gremiums in Pfarreiengemeinschaften kam aus Oberbibrach: "Zwei gewählte Räte jeweils in Oberbibrach und Vorbach sind zu wenig." Christian Kalis begegnete dem mit dem Vorschlag zur Bildung von Sach- oder Ortsausschüssen. Die Satzung lasse dies zu. Der Landvolkpfarrer versprach schließlich, das Wunsch-Paket in der nächsten Sitzung des Diözesanausschusses zum Thema zu machen.
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