Lichtmess mit Barbara Stamm

Beobachtet von zahlreichen Ehrengästen trug sich Barbara Stamm in das Goldene Buch der Gemeinde Speinshart ein. Distanz ist der Landtagspräsidentin fremd. Leutselig unterhielt sie sich mit den Lichtmess-Gästen im Kloster. Bilder: do (2)
Lokales
Speinshart
09.02.2015
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Von Franken in die Oberpfalz: 40 Stunden nach der "Fastnacht in Franken" schlüpfte Barbara Stamm aus dem blauen Faschingskostüm in einen pinkfarbenen Blazer. Im Kloster Speinshart verhüllte sie ihre Worte an Lichtmess nicht.

Noch am Freitagabend stand sie beim Franken-Fasching in Veitshöchheim als "Königin der Nacht" im Rampenlicht. Dort huldigte Norbert Neugirg, Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell'n, der "Dame in Blau" mit: "Gelobt sei Barbara und hochgepriesen." Kaum 40 Stunden später war Barbara Stamm beim Lichtmess-Empfang der Prämonstratenser Abtei und Gemeinde Speinshart dabei.

Die beliebteste Politikerin Bayerns, so eine Umfrage im Auftrag des Bayerischen Rundfunks, schüttelte viele Hände, nahm sich Zeit für persönliche Gespräche und zeigte sich im Musiksaal des Speinsharter Klosters als Vertreterin sozialer Anliegen. In ihrer einstündigen Rede sprach Stamm eine ganze Menge Themen an. Herzerwärmend waren die Ausführungen der ehemaligen Sozial- und Gesundheitsministerin über gleichwertige Lebensbedingungen, über Werte, Heimat und Familie, Bildung und Verantwortung.

Pflicht zur Veränderung

Stamm verwies auf die Verpflichtung, sich den Veränderungsprozessen zu stellen und die Ängste in der Bevölkerung über eine vermeintliche Überfremdung ernst zu nehmen. Dennoch gehöre das Recht auf Menschenwürde zu den besonderen Aufträgen eines Rechtsstaates, urteilte die Präsidentin des Bayerischen Landtags und bricht eine Lanze für eine Willkommenskultur politisch Verfolgter.

"Zum verantwortungsvollen Umgang mit Recht und Freiheit gehört auch die Toleranz", sagte die Landespolitikerin mit Blick auf die Religionsfreiheit im Lande.

Auch an die Eltern in unserer Gesellschaft richtete sie ein paar Worte: "Wir, die Eltern, die Familien haben Verantwortung." Die Schule könne nicht alles machen. Der Staat sei bereit, unterstützend einzugreifen, aber nicht die Eltern von ihrem elementaren Erziehungsauftrag zu entbinden.

Barbara Stamm gestikulierte, motivierte, verbreitete Optimismus und schaffte es während ihrer Rede immer wieder, die Besucher mitzureißen. Eine aktive Sterbehilfe lehnte sie ab: "Wir brauchen verstärkt Palliativarbeit und Schmerztherapien", forderte sie und auch das Zusammenleben, und Arbeiten zwischen Jung und Alt in den Stadt- und Dorfkernen fand sie bereichernd: "Zur Lebensqualität gehört auch Kommunikation. Wir müssen wissen, dass wir uns gegenseitig brauchen."

Lichtmess: Versöhnung

Global denken und lokal handeln, lautete der Schlussappell des Ehrengastes. Stamm verwies auf die christliche Botschaft zu Maria Lichtmess, die Dunkelheit durch das Licht des Friedens und der Versöhnung zu verdrängen. Jedes auch noch so kleine Licht sei ein Symbol gegen Gewalt, Ausgrenzung und Fremdenhass und ein leuchtendes Zeichen für ein gutes menschliches Miteinander und eine friedliche Zukunft. Dem stürmischen Beifall der Gäste folgte als kleine Aufmerksamkeit für den Ehrengast ein Oberpfälzer Schmankerlkorb, überreicht durch Bürgermeister Albert Nickl und dem Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, Pater Lukas Prosch.

Persönliche Anliegen

Der offizielle Teil des Empfanges endete mit dem Eintrag von Barbara Stamm in das Goldene Buch der Gemeinde Speinshart. Herzlich, ja freundschaftlich erlebte das Publikum die Präsidentin des Landtages anschließend in Gesprächsrunden. Distanz war der CSU-Sympathieträgerin fremd. Immer am Ohr des Volkes besitzt sie die seltene Gabe zuzuhören.

Die Themen reichten von persönlichen Anliegen der Besucher über "die grüne Tochter" des Ehrengastes bis zur geplanten Seereise als Geschenk zum runden Geburtstag. Einige Besucher vermissten das "blaue Kleid" der Präsidentin und den Schatten der Töchter.

Stattdessen war immer noch der Schatten eines frotzelnden Oberpfälzer Feuerwehrkommandanten ganz nah. Ein kräftiges Hoch auf die Frankenseele und den Frankenwein musste deshalb schon sein, um wieder die Balance zwischen Altbayern und dem Frankenreich herzustellen.
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