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Lokales
Speinshart
09.10.2014
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Die Klöster Zwiefalten und Kladruby stellt eine Ausstellung in Speinshart derzeit in den Mittelpunkt. Auch die Oberpfalz hat in der Schau ihren Platz. Dass die Eröffnung dennoch arg spärlich besucht war, hat auch mit wenig durchdachter Terminplanung zu tun.

Man stelle sich vor, eine EU-geförderte grenzüberschreitende Ausstellung unter der Schirmherrschaft dreier Bischöfe, der Referent zur Eröffnung reist eigens aus Baden-Württemberg an - und weder die kirchliche noch die politische Gemeinde ist vertreten. Bei der Ausstellung "Zwiefalten & Kladruby. Eine Spurensuche nach dem christlich-benediktinischen Erbe im wiedervereinten Europa mit einem Exkurs in die Oberpfalz" war es genau so. Eine Ortsversammlung zur Parkplatzproblematik trug dazu bei, dass sich nur rund 15 Zuhörer inklusive Verantwortlicher zur Eröffnung verirrten.

Reinhold Halder vom Geschichtsverein Zwiefalten machte das Beste daraus: Er gab einen Überblick zur Entstehung der Ausstellung, die sich als "ein schwieriges Projekt" erwiesen habe. Einen wesentlichen Beitrag habe das Engagement des "Fördervereins Goldene Straße" in Altenstadt/WN und dessen Vorsitzenden Rainer Christoph geleistet. Auf die Verbindungen der beiden Klöster zur Oberpfalz ging Halder ebenfalls ein: Regensburgs Diözesanpatron, der heilige Wolfgang, ist auch Patron der Klosterkirche Kladruby und nahe Kloster Zwiefalten geboren. Im Kloster Reichenbach liegt das Grab der böhmischen Herzogin Richinza von Berg, die enge Beziehungen zum Kloster Zwiefalten pflegte und deren Ehemann Wladislaw I. Kloster Kladruby gestiftet hat. Weiter erwähnte er den Burglengenfelder Johann Michael Fischer, den Baumeister des Zwiefalters Münsters.

Die Dokumentation bietet 29 zweisprachige Tafeln zu dreizehn Themen - beispielsweise das benediktinische Mönchstum, die Klosteranlagen der Gründungszeit, die Klosterkirchen im Stilvergleich und die Ikonographie der Klosterkirchen. "Es geht um das Nachvorneblicken, nicht nur um Rückschau", sagte Halder.

Integriert sind Schülerarbeiten der Schulen Kladruby, Altenstadt, Zwiefalten und Burglengenfeld. Die Ausstellung wird bis 25. März 2015 zu sehen sein, anschließend wandert sie für vier Wochen ins Europahaus nach Pilsen. Im Kloster Kladruby kann sie von Mai bis September besichtigt werden. Die Ausstellung ist an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Termine können mit der Internationalen Begegnungsstätte vereinbart werden. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung gibt es auch ein deutsch-tschechisches Begleitbuch.
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