Menschenfischer, Menschenfreund

Die Verabschiedung vollzogen Abt Hermann Josef Kugler und Weihbischof Reinhard Pappenberger. Bilder: do
Lokales
Speinshart
31.01.2015
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Zuletzt war es ruhig geworden um den erkrankten Pater Emanuel. Dass sein Wirken unvergessen bleibt, bewies das Requiem für den Chorherren in der Speinsharter Klosterkirche.

Das weiße Birett der Prämonstratenser und die rote Stola sind für immer abgelegt. Das Antiphonale Praemonstratense, Chorgebet der Prämonstratenser, lugt zwischen dem vom Verstorbenen verwendeten und von Prälat Dr. Michael Hartig gespendeten vergoldeten Messkelch hervor und erinnert an das priesterliche Wirken von Pater Emanuel. Die Reste einer flackernden Kerze, ein Geschenk zum 25. Priesterjubiläum, werfen Licht in die Umgebung. Das Bild der Kerze, die sich selbst verzehrt, um Helligkeit und Wärme zu spenden, kommt den Gläubigen beim Trauergottesdienst für Pater Emmanuel Hermann Breunig in den Sinn. In weißer Rosen- und Lilienarrangements ist der Eichensarg vor dem Altar aufgebahrt.

Am Samstag endete in Weiden das Leben, das am 25. Dezember 1935 in Kahl am Main begonnen hatte. Angetan hat es dem weltoffenen Pater die Expositur Oberbibrach mit den Ortschaften Vorbach und Münchsreuth. 25 Jahre wirkt der Verstorbene als Religionslehrer an der Staatlichen Wirtschaftsschule Eschenbach. Die Patienten des Krankenhauses Eschenbach und die Bewohner des BRK-Seniorenheimes schätzen den Speinsharter Chorherren als einfühlsamen und verständnisvollen Seelsorger.

Die Klosterkirche ist schon zu Beginn des Sterberosenkranzes voll. Hunderte Trauergäste, unter anderem aus der Heimatgemeinde Kahl und aus den Orten der früheren Expositur Oberbibrach, wollen Abschied nehmen. 36 Priester und Ordensbrüder, Vertreter der politischen Gemeinden und die Vereinswelt beginnen mit Abt Hermann Josef Kugler, Weihbischof Reinhard Pappenberger und Prior Pater Benedikt das Requiem mit dem Lied "Jesus lebt, mit ihm auch ich". Dieses Lebensgeheimnis stellt auch der Abt von Rottenburg und Administrator von Speinshart in den Mittelpunkt: "Die Zeit, Gott zu suchen, ist das Leben", zitiert der Ordensmann den Heiligen Franz von Sales. Noch einmal skizziert er die Suche des Verstorbenen nach seinem Platz. "Pater Emmanuel hat ihn in der Fürsorge um die Menschen in seinen Gemeinden, in Schulen, Krankenhäusern und Seniorenheimen gefunden."

In den Fürbitten von Vertretern aus den Wirkungsorten kommt die Wertschätzung des Paters für seine Arbeit als Menschenfischer zum Ausdruck. "Wir sind voller Dankbarkeit für seine Verkündigung der Frohbotschaft, für einen mitfühlenden Seelsorger, der mit uns Freund und Leid geteilt hat und der die Gemeindemitglieder bestärkt hat, ehrenamtliche Dienste zu übernehmen". Weihbischof Reinhard Pappenberger dankt im Namen der Diözese: "Wer auf Christus baut, hat alles gewonnen." Schon als Student und junger Priester habe er, bei den Besuchen in der Nachbarschaft die Herzlichkeit Pater Emmanuels kennenlernen dürfen. "Es hätte keinen Besseren auf diesem Platz in der Abtei mit seinen vielen Aufgaben gegeben". Das Wirken der Klöster lobt der Weihbischof als Geschenk für die Diözese. "Ordensmänner- und Frauen entlasten die Kirche." Für den Weihekurs nennt Pfarrer in Ruhestand Josef Beer (Theuern) Mitbruder Emmanuel einen Gottesmann mit Humor und positiver Einstellung.

"Das Gespräch mit den Menschen lag ihm an Herzen", bemerkt Gertraud Hofmann. Als Sprecherin der Pfarreien-Gemeinschaft erinnert sie an die Gabe des Paters , für junge Menschen Ratgeber und Begleiter zu sein. Zu den Stärken habe gehört, Trost zu spenden. Gertraud Hofmann unterstreicht das Vertrauensverhältnis zwischen Laien und Pfarrer. Für die politischen Gemeinden Vorbach und Speinshart und für die Vereine beschreibt Werner Roder den Verstorbenen als Priester mit Leib und Seele. "Pater Emmanuel hat 35 Jahre das Leben in unseren Gemeinden geprägt.", formuliert der bewegte Bürgermeister. Roder sprach ein letztes "Vergelt's Gott" für einen Menschen, der Hoffnung geben konnte und Freude ausstrahlte.

Dem Trauergottesdienst und den Ansprachen folgt die Verabschiedung durch Abt Hermann Josef Kugler und den Weihbischof. Sechs Mitglieder der Schützengesellschaft Sankt Sebastian, Oberbibrach, eskortieren den Sarg durch den Klosterhof zum Friedhof, in Stille, wie es sich der Pater für seinen letzten Weg gewünscht hatte. Die Erinnerung an einen herzensguten Arbeiter im Weinberg des Herrn wird bleiben.
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