Mitreißendes Konzert des Polizeiorchesters Bayern
Virtuose Uniformierte

Geschichte verwandelte das Bayerische Polizeiorchester in Musik. Mitreißend zelebrierten die circa 50 Musiker unter Leitung von Professor Johann Mösenbichler (links) in einem Benefizkonzert in der Klosterkirche Speinshart sinfonische Blasmusik in Perfektion. Bild: do
Lokales
Speinshart
10.11.2015
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Nicht nur das Kloster, sondern auch alle Musikfreunde erlebten am Sonntagabend in der Klosterkirche eine Sternstunde sinfonischer Blasmusik. Das Polizeiorchester Bayern entzückte im voll besetzten Kleinod barocker Baukunst mit einem fulminanten Benefizkonzert.

Schon die markanten Eröffnungsklänge des 50 Personen umfassenden Klangkörpers versprachen einen virtuosen Melodienreigen. Machtvoll begann Professor Johann Mösenblichler mit seinen Musikern nach der Begrüßung durch Thomas Englberger, Referent der Internationalen Begegnungsstätte, und Werner Stopfer, Pressesprecher und stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach, den Abend mit Giuseppe Verdi. Das vielfarbige Klanggemälde aus dem Requiem "Dies irae" ließ die Hörer auf ein fesselndes Konzert hoffen. Fortan bestimmten Dynamik, Phrasierung, Temposicherheit und hohes Stilempfinden die Darbietungen. Francis McBeths "Kaddish" berührte mit beeindruckender Homogenität und in "Rest", einer noch jungen Komposition des Amerikaners Frank Ticheli, offenbarte das Orchester tiefes Lyrikverständnis. Die "Gesetzeshüter" schlugen eine Brücke zwischen traditionellen Stilauffassungen zu modern anmutenden Ausdrucksformen. Ein Werk voller Wärme, das mit Blick auf die üppige Barockkunst des Gotteshauses ein Bild verträumter Stunden zeichnete.

Leben und Sterben Jesu

Danach stand Außergewöhnliches im Mittelpunkt. In mitreißender Intensität bannte das Orchester die Leidensgeschichte Christi in Töne. Das Ensemble zelebrierte Musik zur Passionszeit im November. Als Hauptwerk präsentierte der berühmte Klangkörper "Die Passion" von Ferrer Ferran. "La Passió de Crist" lautet der Titel des Werks offiziell, in dem der spanische Komponist aus Valencia mit unglaublicher Intensität das Leben Jesu von der Geburt bis zum Tod am Kreuz in einer Programmmusik von selten zu hörender Kraft und Dynamik erzählt. Ferran gliedert seine Sinfonie in drei Teile. Dabei zeigt er zunächst die Ermordung der unschuldigen Kinder und die Taufe Jesu. Der Mittelteil bringt die drei Versuchungen des Teufels, und erst der dritte Satz beschreibt Abendmahl, Verhaftung, Verurteilung und Kreuzigung.

Das Orchester verstand es, die Bibeltexte und den Szenenreichtum nach Ferrans Komposition in mitreißende Musik zu verwandeln. Mit verbindenden Texten an der Großleinwand konnten die Besucher die kompositorischen Absichten nachvollziehen und anhand der Kreuzwegbilder vertiefen. Einfühlsam moderierte ein Mitglied des Bayerischen Polizeiorchesters. Unter dem zupackenden Dirigat Mösenbichlers, einem der renommiertesten Blasmusik-Dirigenten Europas, genoss das Publikum die ganze Vielfalt der Blasinstrumente - vom feinsten Holzbläserklang bis zum dominanten Blech.

Mit dem mächtigen Tedeum und "Großer Gott wir loben dich" endete ein mitreißendes Benefizkonzert.
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