Nicht Jäger sind des Hasen Tod

Albert Butscher fand kritische Anmerkungen zu Begleiterscheinungen der Jagd. Bild: rn
Lokales
Speinshart
05.05.2015
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Die Hegeschau der Kreisgruppe Eschenbach im Landesjagdverband ist keine Gehörnmodeschau. Stellvertretender Kreisvorsitzender Albert Butscher nutzte die jährliche Veranstaltung im Gemeindezentrum daher diesmal für prinzipielle Anmerkungen zu Aufgaben und Tätigkeiten der Jäger.

Die Hegeschau im Gemeindezentrum bildete den zweiten Teil der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe im Bayerischen Jagdverband (BJV). Albert Butscher sah in ihr eine sach- und fachkompetente Aussage über Stand und Entwicklung der heimischen Wildarten. Er wertete sie als Einrichtung, die der nichtjagenden Bevölkerung Einblick und Information über Ziele und Notwendigkeit Jagd biete. Insbesondere solle bei der Jugend das Interesse für den Schutz von Natur und Umwelt geweckt werden.

Die positiven Rückmeldungen zu den regelmäßigen Ausstellungen im Rahmenprogramm der Hegeschau waren für Butscher ein Beweis dafür, wie sehr Schüler für Umweltthemen ansprechbar sind. Die Hegeschau sei zudem eine ideale Möglichkeit, zwischen Jägern und anderen naturschutz- und umweltorientierten Institutionen den gemeinsamen Nenner zu suchen.

1258 Sauen erlegt

Butscher griff das Problem der europaweit rapide zunehmenden Schwarzwildpopulation auf. Noch sei hier "keine durchgreifende Lösung gefunden" worden, obwohl viele Ratschläge, Rezepte und Theorien die Runde gemacht hätten. Als problematisch stufte er die vielfach gewünschten Nachtsichtgeräte ein. Für den Landkreis nannte er Zahlen. So seien im Jagdjahr 2013/14 auf einer Jagdfläche von 120 000 Hektar 1258 Sauen erlegt worden.

Probleme sah der Redner auch beim Rehwild. Die Tatsache, dass es sehr nachtaktiv geworden sei - als Tribut an die Unruhe unserer Zeit - erschwere die Jagd. Sorgen bereitet ihm zudem der Rückgang des Hasenbestandes, "an dem die Jägerschaft bestimmt nicht schuld ist". Die Gründe sah er vielmehr in veränderten Lebensbedingungen, Krankheiten und den Fuchs.

Kritisch äußerte sich der Forstmann zum Federwild und dem "Rückgang von Rebhuhn, Fasan und weiteren Hühnervögeln gegen Null". Die Schuld dafür dem Jäger anzulasten, wie es von bestimmten Kreisen oft gerne getan werde, sei anrüchig. "Vielleicht gäbe es so manches Tier ohne die Jäger nicht mehr." Bezüglich dem nicht dem Jagdrecht unterliegenden Kormoran sicherte Butscher den Fischern die Solidarität der Jäger zu.

Bezüglich der neu ankommenden oder vordringenden Arten wie Wolf, Bär oder Wildkatze sollten die heutigen Lebensbedingungen und Lebensräume mit denen des ursprünglichen Vorkommens verglichen werden.
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