"Panorama-Straße" schön machen

Jetzt ist die "Panorama-Straße" dran: Die Gemeinde plant den Ausbau der Verbindungsstraße von Seitenthal zum "heiligen Berg" der Speinsharter. Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer erläuterte den Räten in der Sitzung am Donnerstag den Entwurf. Er rechnet mit Projektkosten von zirka einer halben Million Euro. Bild: do
Lokales
Speinshart
12.12.2015
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Andernorts eher negativ besetzt, könnte "Virus" in Speinshart zum Wort des Jahres werden: Der Straßenbau-Virus geht um. Den Straßenbauten in Münchsreuth, Tremmersdorf und am Barbaraberg - zum Teil noch nicht einmal offiziell eröffnet - folgt ein für Speinsharter Verhältnisse weiteres Großprojekt.

Einen ersten Schritt dazu tat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag: Das Gremium segnete den Planentwurf des Eschenbacher Ingenieurbüros Oberndorfer für den Ausbau der "Panorama-Straße" ab. Die 1,25 Kilometer lange Strecke verbindet die Ortsteile Seitenthal und Barbaraberg. Den verlockenden Titel "Panorama-Straße" bekam sie schon in den 1960er und 1970er Jahren, als sie im Zuge der Flurbereinigung entstand und in Serpentinenführung die liebliche Landschaft hinauf zum heiligen Berg der Speinsharter erschloss.

Die Ausbaupläne erläuterte Tiefbau-Planer Hannes Oberndorfer dem Gemeinderat. Der Diplom-Ingenieur bezog sich zunächst auf Begehungen mit Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach und verwies auf die wesentlichen aktuellen bautechnischen Defizite: starke Verformungen in den Dammbereichen und Baumwurzel-Schäden. Zudem sei die Hälfte der Strecke mit einer Fahrbahnbreite von drei Metern für die heutigen Verkehrsanforderungen zu schmal.

Im Gegensatz dazu sei der untere Teil der Straße aus Richtung Seitenthal mit vier Metern Breite überdimensioniert. Oberndorfer plant deshalb eine durchgehende Fahrbahnbreite von 3,50 Metern. Auf der Neubaustrecke soll es genügend Ausweichstellen geben. Auch die engen Kurven sollen großzügiger ausfallen.

60 oder 26 Zentimeter

Im Bereich starker Verformungen denkt der Planer an einen Vollausbau des Straßenkörpers mit einem 60 Zentimeter starken Aufbau. Wo ein reiner Oberbau vorgesehen ist, plant Oberndorfer den Einbau einer 26 Zentimeter starken gebundenen Asphaltdecke - eine Einstufung in die Kategorie der fördertechnisch leichtesten Bauweise, wie er anmerkte.

Auch eine erste Kostenschätzung legte der Experte dem Gremium vor. Auf 503 000 Euro lautet der von ihm berechnete Schlussbetrag. Als förderfähig betrachtet des Ingenieurbüro 464 000 Euro.

"Brauchen gute Förderung"

In trockenen Tüchern ist das neue Straßenbauprojekt allerdings noch nicht. Bürgermeister Albert Nickl bremste die Erwartungen auf eine rasche Verwirklichung. "Wir brauchen eine gute Förderung", betonte er. Darunter versteht der Gemeindechef mehr als 60 Prozent: "Sonst können wir uns das Projekt nicht leisten." Dabei hat Nickl die staatliche Spitzenförderung bei den jüngst abgeschlossenen Straßenbaumaßnahmen im Hinterkopf.

Ein Förderantrag ist bereits gestellt. Die Nachhaltigkeit Speinsharter Wünsche bleibt den Regierungsstellen in Zeiten einer gut gefüllten Staatskasse somit erhalten. In den Bekenntnissen des Heimatministeriums zur Unterstützung des flachen Landes sehen Bürgermeister und Gemeinderat einen weiteren Hoffnungsschimmer.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Voraussichtlich werden für die Anlieger keine Ausbaubeiträge anfallen. Einstimmig segnete der Gemeinderat die Pläne des Ingenieurbüros ab.
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