Pater Niklaus Kuster sieht Parallelen zwischen heiligen Franziskus amtierenden Papst
Konventionen durchbrochen

Seinen Vortrag reicherte Pater Niklaus Kuster mit Karikaturen an, die sich mit der Kirche unter Papst Franziskus befassten. Bild: ü
Lokales
Speinshart
18.03.2015
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Seit März 2013 ist Papst Franziskus im Amt. Mit seinem Pontifikat beschäftigen sich viele Autoren. Einer von ihnen ist der Kapuziner Dr. Niklaus Kuster. Wie kommt der Heilige Vater weltweit bei den Gläubigen sowie im Vatikan an? Diese Frage versuchte er in Speinshart zu beantworten.

Der Dientzenhofer-Saal war brechend voll. Es mussten zusätzlich Stühle herbeigeschafft werden, als der Schweizer sein Buch "Franziskus - ein Papst auf Augenhöhe" vorstellte. Franz von Assisi habe Pate gestanden, als Kardinal Jorge Bergoglio nach der Wahl einen neuen Namen ausgesucht hat. Doch was könne der Petrusnachfolger vom einfachen Bruder aus Assisi tatsächlich lernen?

Kuster zeigte, wie der Heilige den Pontifex tatsächlich inspiriert - und erschloss damit das Selbstverständnis des Papstes. Der Autor ging der Frage nach, wie Charisma überleben kann, wenn es den Regeln des Amts unterworfen ist. Der Argentinier habe monarchische Strukturen des Vatikans durchbrochen, lebe dort im Gästehaus und begegne allen auf Augenhöhe. Kuster zeigte in seiner Präsentation Karikaturen und blendete Presseberichte aus aller Welt ein, die überaus positiv auf die Wahl des Südamerikaners reagierten.

Aufmerksamkeit lenkte der Papst kurz vor Weihnachten 2014 auf sich. So scharf wie keiner seiner Vorgänger geißelte er den Klerikalismus und die 15 geistlichen Krankheiten der Kurie, darunter "spirituelles Alzheimer", "Pathologie der Macht", Eitelkeit sowie Doppelleben. Bereits im Oktober 2013 habe die Züricher Tageszeitung geschrieben: "Jorge Mario Bergoglio ist nicht Franziskaner und wurde nicht gewählt, um wie Franz von Assisi zu leben, sondern um die katholische Kirche zu leiten". Dass er es mit Grundhaltungen des heiligen Franziskus tue, ermutige zur radikalen Orientierung an Christus, neuen "Freude am Evangelium", zu Vertrauen in die Inspiration jedes Menschen, Abkehr von Reichtum und Macht, gelebter "Option für die Armen", einer beherzten Ökumene, Dialog mit Welt- und Naturreligionen, einer friedenspolitisch mutigen Kirche und entschiedenem Einsatz für die Schöpfung.

Kustners Bücher gibt es am Sonntag, 22. März, von 13.30 bis 17 Uhr im Infopoint des Klosters (Kreuzgang) zu kaufen. Da der Klostergasthof geschlossen ist, werden auch Kaffee und Kuchen angeboten.
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