Pfarrer und Klöster wollen helfen, wissen aber nicht recht wie
Schwere Herbergssuche

Lokales
Speinshart
08.09.2015
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(wüw/esc) Nicht erst seit Papst Franziskus am Wochenende Pfarrgemeinden und Klöster in die Pflicht genommen hat, beschäftigen die Flüchtlingsströme die katholische Geistlichkeit. Wie sinnvolle Hilfe aussehen könnte, darüber sind sich viele Pfarrer in der Region nicht klar. Grundsätzlich geben sich aber alle hilfsbereit.

Auch im Kloster Speinshart waren die Flüchtlinge das Gesprächsthema beim Mittagessen am Montag, verriet Frater Johannes Bosco Ernstberger. "Das Schicksal dieser Menschen kann doch niemanden kalt lassen."

Schon vorher habe sich der Konvent mit seinen Chorherren darüber Gedanken gemacht, Flüchtlingen Platz zu machen, nur: "Wir haben derzeit einfach sehr wenig Platz", sagt Frater Johannes. Seit zwei Jahrzehnten laufen die Sanierungarbeiten an dem barocken Bauwerk, derzeit arbeiten die Restaurateure vor allem im Wohnbereich der Anlage. Nach der Aufforderung des Papstes wollen sich die Chorherren verstärkt um Hilfe bemühen, wie diese Hilfe aussehen könnte, dazu verwies Frater Johannes auf die Klosterleitung, weder der Abt noch Prior Pater Benedikt waren am Montag erreichbar.

"Wenn es so weit ist, werden wir welche nehmen", sagt Pfarrer Sven Grillmeier von der Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach-Mockersdorf im Hinblick auf die große Flüchtlingszahl. Er müsse nur erst mit dem Pfarrgemeinderat reden, "wie wir es machen". Im Gegensatz zu Speichersdorf seien in Mockersdorf schon Flüchtlinge untergebracht: Vier Jugendliche seien privat beherbergt. "Natürlich hat der Papst Recht", meint Grillmeier. "Wenn jeder eine Familie nehmen würde, wäre geholfen." Und: "Wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen."

"Wir haben heute Abend Pfarrgemeinderatssitzung, ich habe das Thema schon auf die Tagesordnung gesetzt", sagt Pfarrer Hans Riedl aus Neusorg am Montagnachmittag. Den Aufruf Papst Franziskus' habe er im Radio gehört. "Wir werden bei Privatleuten suchen", verspricht er. "Wir haben hier viele leere Wohnungen."
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