Positiv denken als Therapieansatz

Trotz mehrerer Krebserkrankungen hat sich Renate von Törne ihre Lebensfreude bewahrt. Wie das auch andere Betroffene schaffen können, verriet sie beim Gesprächsforum der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart. Bild: rn
Lokales
Speinshart
05.11.2014
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Renate von Törne versteht es, Krebspatienten Lebensmut zu geben und sie aufzurichten. Bei einer Vortragsveranstaltung im Dientzenhofersaal rief sie Betroffene auf, positiv zu denken und sich nicht mit Ängsten zu belasten.

Mit Nachdruck wandte sich Renate von Törne gegen Aussagen, die Krebs einer Katastrophe und einem Todesurteil gleichsetzen. Das große Interesse an dem Thema der Referentin aus Bad Elster darf als Beweis gesehen werden, wie verbreitet Krebserkrankungen sind und sie das Innere der Menschen bewegen. Mit ihrem Auftreten beim Gesprächsforum der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart gab sie ein überzeugendes Beispiel, dass sich Betroffene trotz allen Leids ihre Lebensfreude nicht nehmen lassen dürfen.

Mehrere Erkrankungen

Die 67-jährige Studienrätin a. D. hat in Würzburg und Wien studiert, in der Buchhandlung ihres Ehemannes und einem Münchner Verlag gearbeitet sowie an der deutschen Schule in Riad (Saudi-Arabien) unterrichtet. Eindrücklich schilderte die gebürtige Unterfränkin ihre Krebserkrankungen, die sie mit großem Vertrauen an die behandelnden Ärzte, Selbstvertrauen und langjähriger medikamentöser Therapie überstand. Nach einer erneuten Operation muss sie lebenslang Medikamente nehmen.

Den überwiegend weiblichen Zuhörern riet die jetzige Vogtländerin, sich "immer wieder untersuchen, nicht aber von vorneherein die Brust entfernen zu lassen". Wegen des erhöhten Brustkrebs- und Thromboserisikos warnte sie vor Östrogenpräparaten, deren Nutzen in keinem Verhältnis zum Risiko stehe.

Die Referentin rief dazu auf, das Angebot zur Früherkennung wahrzunehmen und verwies auf 87 Prozent Überlebenschance bei rechtzeitiger Vorsorge. Sie ermunterte ihre Zuhörer, sich nicht von Panikmache ("Die finden ja doch etwas") abschrecken zu lassen und wandte sich gegen die "Dämonisierung und Mystifizierung der Krankheit". Diese sei einfach eine "Veränderung von Zellen, eine medizinische Sache, die behandelt gehört".

Aufgrund ihrer Erfahrungen riet die Rednerin zur Zurückhaltung im Gespräch mit anderen. Jeder wisse etwas anderes. Man solle sich nicht noch deren Ängste aufbürden lassen. Ihre letzte Empfehlung lautete: "In jeder Phase des Lebens erleben wir etwas Neues: Genießen Sie Natur, Gesellschaft, Kultur und Reisen."

Für Pater Lukas waren die Ausführungen der Referentin "ein beeindruckender Blick auf Leben, Erfahrungen und Krankheitsverläufe". Die Art des Vortrags und die Schilderungen seien geeignet, Mut und Freude am Leben zu geben. In der Aussprache stimmte von Törne der Argumentation zu, dass christliche Erziehung und Leben Auswirkung auf die persönliche Einstellung im Krankheitsfall haben.
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