Quantensprung für Gemeinde

"Jetzt verlassen wir endgültig und in allen Ortsteilen die digitalen Kieswege", freute sich Bürgermeister Albert Nickl (Zweiter von links) bei der Unterzeichnung des Vertrags zum Ausbau der Breitband-Versorgung mit Telekom-Vertreter Christoph Bernik (rechts daneben) im Beisein von zweitem Bürgermeister Roland Hörl (links) und Reinhard Sperber (rechts), dem Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft. Bild: do
Lokales
Speinshart
20.07.2015
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"Digitale Kieswege" sind in Speinshart in einem Jahr Vergangenheit. Mit einem weiteren Förderprogramm schließt die Gemeinde die letzten Versorgungsengstellen beim schnellen Internet. Besonders die kleineren Ortsteile profitieren von der digitalen Aufbruchsstimmung.

Knapp zwei Jahre nach der Ankündigung des neuen Breitband-Förderprogramms haben 215 von 226 Oberpfälzer Kommunen einen Zuschussantrag gestellt. Das entspricht 95 Prozent aller Gemeinden im Regierungsbezirk. Die ersten Förderbescheide sind raus, erklärt die Regierung. Darunter ist auch eine Frohbotschaft für das Klosterdorf. Aus der kalkulierten Investitionssumme von 660 000 Euro errechnete die Förderstelle eine sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke von 609 000 Euro, die von der Gemeinde zu tragen ist.

80 Prozent beträgt der staatliche Zuschuss. Für Speinshart verbleiben zirka 120 000 Euro Eigenanteil, rechnete Bürgermeister Albert Nickl bei der Vertragsunterzeichnung mit der Telekom vor. Spürbare Verbesserungen gibt es bereits für die Hauptorte Speinshart und Tremmersdorf. Im Zuge des 1. Förderprogramms wurde für beide Dörfer eine Übertragungsrate von mindestens 30 Mbit/s bis 50 Mbit/s zur Verfügung gestellt. Mit dem Folgeprojekt können mit dieser Leistung alle Ortsteile rechnen. In den Ortsteilen Dobertshof, Barbaraberg, Haselhof und Höfen sind dann durch den Direktanschluss der Grundstücke bis zu 100 Mbit möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Hauseigentümer zur Verlegung eines Glasfaser-Hausanschlusses bereiterklären. Die Leitungsverlegung ist kostenlos. Diesen Vorteil genießen knapp 50 Haushalte.

Kein Privileg für Großstädte

"Ein Quantensprung für die Digitalisierung der Gemeinde", jubelte der Bürgermeister. Das schnelle Internet bleibe kein Privileg der Großstädte. Der ländliche Raum nähere sich durch das europaweit beispielhafte Förderprogramm des Freistaates der Augenhöhe städtischer digitaler Infrastruktur. Anerkennung gab es für die Deutsche Telekom. Spürbar günstiger als ursprünglich kalkuliert sei das Angebot des Unternehmens geworden, lobte der Bürgermeister.

Starten soll der Ausbau umgehend, versicherte Christoph Bernik, Vertreter des Vertriebs- und Service-Bereiches der Telekom. Bernik rechnet mit einer Planungs- und Bauzeit von einem Jahr. Geplant ist die Verlegung von zirka 20 Kilometern Glasfaserkabel, je zur Hälfe im Tiefbau und in bereits vorhandenen Kabelrohren. Fünf Verteilerstationen mit neuester Technologie werden die garantierte Übertragungsrate gewährleisten. Nach der Genehmigung der Grabungsstrecke sollen die Tiefbauarbeiten spätestens zu Beginn des nächsten Jahres beginnen und Mitte 2016 abgeschlossen sein, erklärte der Telekom-Vertreter. Die Vertragsunterzeichnung begleitete 2. Bürgermeister Roland Hörl und VG-Geschäftsleiter Reinhard Sperber.
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