Radeln ohne Flächenverbrauch

Die Wegweiser stehen schon: Aus Richtung Oberbibrach trifft der Feldweg und künftige Radweg in Höhe Münchsreuth auf die Straße Münchsreuth-Holzmühle (Bild). Auf der Trasse werden die Radfahrer nach Münchsreuth und weiter auf ein ausgebautes Teilstück der Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Haselhof geleitet. Danach geht es auf Schotterwegen weiter, die zwischen Tremmersdorf und Speinshart in den Radweg an der Staatsstraße münden. Bild: do
Lokales
Speinshart
16.12.2014
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Eine Million Euro für 4,5 Kilometer Radweg: Es ist ein schöner Batzen Geld, den die Gemeinden Speinshart und Vorbach für den Lückenschluss des Radwegs in die Hand nehmen. Trotzdem sparen sie dabei - kostbare Fläche.

Vor einigen Tagen gab der Gemeinderat Vorbach grünes Licht für das Projekt (wir berichteten). Nun segneten auch die Speinsharter Kommunalpolitiker die Planung ab. Auf knapp 700 000 Euro werden die Kosten für das 3,5 Kilometer lange Teilstück der Radwegtrasse auf dem Gebiet der Klosterdorfgemeinde geschätzt. Rekordverdächtig sind die Förderquoten: Landkreis und Dorferneuerung teilen sich den Hauptanteil der Lasten und schießen insgesamt 85 Prozent zu. Für Speinshart verbleiben damit ein Finanzierungsrest von knapp 100 000 Euro und der künftige Unterhalt.

Zum wiederholten Male schwärmte Bürgermeister Albert Nickl in der Sitzung des Gemeinderats von der idyllisch gelegenen Strecke und der wunderschönen Landschaft, durch die der neue Radweg führe. Es sei gelungen, die Oberste Baubehörde und den Landkreis vom Bau eines die Kreisstraße begleitenden Radwegs abzubringen und die Wegführung über bestehende Feldwege und Gemeindeverbindungsstraßen zu planen. "Ein Pilotprojekt", wie Nickl anmerkte. Flächensparend nennt er das Konzept. "Die Landwirte wird's freuen", sagte der Bürgermeister, der auch in der Qualitätsverbesserung der Flurstraßen Vorteile für den landwirtschaftlichen Verkehr sieht.

Nicht komplett asphaltiert

Die Haselhofer werden ebenfalls zufrieden sein. Aus dem Weiler kam nach den ersten Planungsabsichten erheblicher Widerstand. Ein Radweg mitten durchs Dorf kam für einige Anwohner nicht in Frage. Sie befürchteten Unfallgefahren auf Höhe der Hofeinfahrten. Nun verläuft die Trasse zirka 200 Meter weiter südlich.

Beginnend an dem die Staatsstraße Eschenbach-Kemnath begleitenden Radweg zwischen Tremmersdorf und Speinshart führt die Strecke vorbei an Haselhof nach Münchsreuth und trifft an der Gemeindegrenze auf die Trasse der Nachbargemeinde Vorbach in Richtung Oberbibrach. Während Vorbach für seinen Bereich den Ausbau des bestehenden Feldwegs auf 3,50 Meter Breite und mit Asphaltdeckschicht beschlossen hat, werden die Radfahrer auf Speinsharter Gebiet nur auf 1,5 Kilometer Länge asphaltierte Wege mit 3,50 Meter Breite vorfinden.

"Kleiner Umweg"

Die Planung sieht vor, zwei Kilometer Radweg - insbesondere zwischen der Staatsstraße und Haselhof - wassergebunden auszubauen: aus ökologischen Gründen, wie Albert Nickl betonte. Um das Klosterdorf zu erreichen, müssen die Radler, aus Richtung Oberbibrach und Münchsreuth kommend, allerdings den Umweg über den Radweg an der Staatsstraße nehmen.

Der Bürgermeister bezeichnete dies als "eine hinzunehmende Streckenführung, um Landverbrauch zu sparen". Und: "Auch bei einem kleinen Umweg kann man Speinshart nicht verfehlen", argumentierte er. Eine Tonnagen-Begrenzung für landwirtschaftliche Fahrzeuge werde es nicht geben, versicherte Nickl auf Anfrage von Gemeinderat und Landwirt Josef Rupprecht.

Den Entwurf der Finanzierungsvereinbarung zwischen den Gemeinden Speinshart und Vorbach als Maßnahmenträger und dem Landkreis billigte der Gemeinderat einstimmig. Der Bürgermeister rechnet mit einem Baubeginn in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Zuvor plant Albert Nickl eine Ortsversammlung mit allen Anliegern in Münchsreuth.
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