Schaurig-schöne Oberpfalz im Kloster Speinshart
Grimm der Heimat

Lokales
Speinshart
25.11.2015
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Sagenhaft, gruselig, gespenstisch: Die Internationale Begegnungsstätte hatte zur "schaurig-schönen Lesung" eingeladen, der Dientzenhofer-Saal platzte aus allen Nähten. Das lag am Thema, Geschichten und Sagen aus der Oberpfalz begeistern und wecken Erinnerungen. Zum anderen hatten sich mit Agnes O. Eisenreich, Stefan Huber und Koma Lüderitz drei Künstler angesagt, die für Qualität bürgen.

Den Erzählpart hatte mit Eisenreich eine "Abendschau"-Redakteurin des Bayerischen Fernsehens übernommen: Sie trug mit klangvoller Stimme Sagen vor, viele aus der Feder von Franz Xaver Schönwerth. Anhand einer Kurzbiographie stellte sie den Erzähler des 19. Jahrhunderts vor, der auch Kontakt mit den Brüdern Grimm hatte. "Im Unterschied zu diesen hat Schönwerth seine Geschichten nicht glattgebügelt." Deswegen würden sie vielleicht manchmal etwas sperriger klingen, dafür umso interessanter.

Und dann erzählte sie die Oberpfälzer Versionen von der Gold- und der Pechmarie oder dem Menschenfresser-Paar, das im Lebkuchenhaus wohnt. Ebenfalls dabei das "Kettenmärchen" in Oberpfälzer Dialekt, vermutlich aus dem Raum Vohenstrauß. Es ging um "Hehnerl und Hahnerl", genauer um die Stationen eines Hahnes, die mehr oder weniger aufgefädelt und wiederholt wurden, bis er seinem Huhn endlich den Schluck Wasser bringen kann, der es vor dem Ersticken rettet.

Und dann waren da noch Geschichten wie jene vom Pudel, dessen Hofstaat in einen tiefen Schlaf gefallen war und durch den Kuss einer mutigen Jungfrau aufgeweckt wurde - das "Dornröschen" aus der Oberpfalz lässt grüßen. Neben Eisenreich war der gelungene Abend Stefan Huber und Koma Lüderitz zu verdanken, die auf ihren Instrumenten Melodien zauberten, die einen eigenen Konzertabend wert wären.
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