"Siebener" leisten Eid

Hochoffiziell mit Eid und Handschlag führte Bürgermeister Albert Nickl (rechts) im Sitzungssaal des Gemeindezentrums drei neue Feldgeschworene in ihr Ehrenamt ein. Unser Bild zeigt (von links) zweiten Bürgermeister Roland Hörl, Max Henfling (neu), Joachim Gesierich, stellvertretender Leiter des Vermessungsamts Weiden, Gerhard Hefner (neu), Thomas Gmelch (seit 1999) und Reinhold Hefner (neu). Bild: do
Lokales
Speinshart
07.02.2015
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Sie zeigen anderen die Grenzen auf. Außerdem sind sie wichtige Helfer der bayerischen Vermessungsverwaltung, stärken das Ansehen der Gemeinde und tragen zum nachbarschaftlichen Frieden bei.

Um diese Bedeutung der Feldgeschworenen weiß auch Bürgermeister Albert Nickl. "Als ortskundige und anerkannte Vertrauenspersonen sind sie unersetzbar", stellte er bei einer wichtigen Amtshandlung fest: der Verpflichtung von drei neuen Feldgeschworenen.

Schon im November 2014 hatte der Gemeinderat Gerhard und Reinhold Hefner sowie Max Henfling in dieses Ehrenamt berufen. Den neuen Kräften zur Seite steht wie bisher Thomas Gmelch. Mit dem Eid verbunden war das Versprechen auf gewissenhafte und unparteiische Erfüllung der Amtspflicht. Die Feldgeschworenen sind auf Lebenszeit gewählt.

Zeugen der Zeremonie waren zweiter Bürgermeister Roland Hörl und Joachim Gesierich, stellvertretender Leiter des Vermessungsamts Weiden. In dieser Funktion dankte er den neuen Feldgeschworenen für die Bereitschaft zur Übernahme des verantwortungsvollen Ehrenamts. Außerdem informierte er über die wichtigste Aufgabe, auf der Grundlage des Abmarkungsgesetzes einen möglichst reibungslosen Grundstücksverkehr zu gewährleisten.

Abmarkungen vorzunehmen und über Grenzsteine zu wachen, sei auch Vertrauenssache, betonte der Diplom-Ingenieur. Als Beispiel zitierte er schmunzelnd aus einem Tugendkatalog der Feldgeschworenen aus dem 16. Jahrhundert: "Voraussetzung zur Bestellung ist ein ruhiger, gelassener und gesetzter Mann, der des Rechnens und Schreibens kundig ist".

Zur Wertschätzung der Feldgeschworenen trage auch das sogenannte Siebenergeheimnis bei, plauderte der Vertreter des Vermessungsamts aus der 140 Jahre alten Schule des Vermessungswesens. Der "Siebener" verfüge über ein geheimes Wissen an Zeichen, die nur mündlich an die Nachfolger weitergegeben werden. Dieser Tradition zu folgen und doch den modernen Vermessungsmethoden aufgeschlossen zu sein, das wünschte Joachim Gesierich den neuen Speinsharter "Grenzschützern".

Bürgermeister Albert Nickl appellierte in diesem Zusammenhang an alle Grundstückseigentümer, die Beschädigung von Grenzzeichen zu vermeiden. "Zum Grundstück gehören nun einmal auch Grenzpunkte", betonte er.
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