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Lokales
Speinshart
27.09.2014
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Klosterkirche und Prämonstratenser-Abtei locken jährlich tausende Besucher ins Speinsharter Klosterdorf. Freude und Begeisterung allerorten? Weit gefehlt. Inzwischen sehen sich die Dorfbewohner mit den negativen Begleiterscheinungen der Besuchermassen konfrontiert.

Das Interesse für das Klosterdorf nimmt zu. Busse voll mit Tagestouristen bevölkern den Klosterhof und bestaunen Klosterkirche und Prämonstratenser-Abtei. Pkw-Kolonnen stauen sich bei vielen Veranstaltungen vor den Toren des Klosterhofes. Doch die Freude ist nicht ungeteilt. Der explodierende Besucherstrom führt zu Verkehrsproblemen.

Die Gemeinde versucht, mit der Neuanlage von Pkw-Stellplätzen einen Verkehrskollaps im Klosterhof zu vermeiden. Demnächst werde das Parkplatz-Konzept im Gemeinderat vorgestellt, versprach Bürgermeister Albert Nickl. Mehr Stellflächen lösen jedoch nicht das uneinsichtige Verhalten mancher Kraftfahrer. Die Speinsharter beklagen sich über Behinderungen, das Ignorieren von Verbots- und Hinweisschildern sowie über zugeparkte Feuerwehr-Zufahrten. Eine überörtliche Verkehrsschau kam zu Vorschlägen, die der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung vorstellte.

Fußweg zumuten

Grundtenor aller Verbesserungsvorschläge war die Aussage, den Speinshart-Touristen "ein paar Meter zu Fuß zuzumuten". Ausnahmeregelungen für Behinderte sind in Ausarbeitung. Für Busfahrer soll es zeitige und übersichtlichere Wegweiser geben. Barbara Müller schlug in diesem Zusammenhang vor, die Fußgängerverbindung zwischen dem alten und neuen Dorf sowie den Weg vom Parkplatz zum Klosterhof mit einem Zebra-Streifen auf der Kreisstraße sicherer zu machen. Der Bürgermeister kommentierte die Empfehlung mit dem Hinweis: "Die Nutzerzahlen für einen Zebra-Streifen werden nicht erreicht."

Gleichzeitig will die Gemeinde für ihre "Schmuckstücke" weiter werben. Als notwendig erachtet Albert Nickl weitere Verbesserungen der touristischen Beschilderung an den Hauptverkehrsadern in Richtung Speinshart. Nach Werbetafeln an der A 93 und einem Wegweiser an der B 470 in Weiden sollen auch an der B 470-Abfahrt und an den Kreuzungen in Eschenbach zielführende Hinweisschilder, wie es der Bürgermeister formulierte, ortsunkundigen Verkehrsteilnehmern helfen, das Klosterdorf Speinshart leichter zu finden. Wünschenswert seien solche Wegweiser auch an der B 22 in Kemnath. Die Zustimmung falle allerdings in den Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Tirschenreuth.

Neue Begrenzung

Zu den weiteren Entscheidungen bei der Verkehrsschau gehörten die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 Kilometer pro Stunde auf der Staatsstraße 2168 aus Richtung Speinshart kommend in Höhe in der Einfahrt zum Gasthaus Süßenweiher, gab Nickl bekannt. Dort führt die Straßenkuppe bei der Straßeneinmündung Süßenweiher zu einer erheblichen Gefährdungssituation. Eine Geschwindigkeitsreduzierung in Höhe der Bushaltestelle bei Dobertshof habe die Verkehrsbehörde abgelehnt. Als Begründung nannte der Sitzungsleiter die Übersichtlichkeit der Haltestelle mit einem einsehbaren Bereich von mehr als 200 Metern.

Anlieger aus der Speinsharter Wohnsiedlung wünschen, die Geschwindigkeit für die lärmintensiven Lastkraftwagen auf der Steigung der Staatsstraße von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde zu beschränken. Über die Notwendigkeit von Temporeduzierungen soll die Berechnung von Lärmschutzwerten weiteren Aufschluss geben.
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