Teil der Zukunft der Abtei

In die Hände von Abt Hermann Josef Kugler versprach Frater Johannes begleitet von Prior Pater Benedikt Schuster (links) und Ortspfarrer Pater Adrian Kugler ein "Leben nach dem Evangelium Christi". Bild: do
Lokales
Speinshart
07.09.2015
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Es war ein freudenreicher Tag in Speinshart. Die Prämonstratenser-Abtei hatte allen Grund zum Feiern: Frater Johannes Bosco Ernstberger versprach in einem feierlichen Gelübde ein Leben in der Gemeinschaft der Kirche von Speinshart.

Draußen herrschte strahlendes Herbstwetter. In der Klosterkirche, leuchteten die Blumen des Herbstes vor der Profess-Kerze mit der Botschaft: "Freut Euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden." Der Anlass für die Feststimmung im Kloster war Frater Johannes Bosco Ernstberger. Der künftige Chorherr verkörpert einen Teil der Zukunft der Abtei. Mit 30 Jahren ist er das zweitjüngste Mitglied des Konvents. Die Profess auf Lebenszeit war für den Ordensmann ein Schritt zu einem Leben als Ordensmann der Prämonstratenser.

Wie Schmelzofen

Vor fünf Jahren in die Gemeinschaft der Prämonstratenser aufgenommen, war der 5. September auch für den gebürtigen Weidener ein denkwürdiger Tag. Am Samstagvormittag versprach der junge Ordensmann bei einem feierlichen Pontifikalamt Abt Hermann Josef Kugler und seinen Mitbrüdern Treue auf Lebenszeit. "Ich bringe mich selbst dar und verspreche ein Leben in Gemeinschaft, Armut, gottgeweihter Ehelosigkeit und Gehorsam", steht in der Profess-Urkunde, die Frater Johannes während der Festmesse unterschrieb.

Zum Gegenstand des Versprechens gehörte die formelle Bitte des Kandidaten um die Aufnahme in die Kirche von Speinshart, um mit "Eifer den Weisungen des Evangeliums zu folgen, die Regel des Heiligen Augustinus und den Konstitutionen des Prämonstratenser-Ordens zu beachten". Das klösterliche Zusammenleben im Geiste des hl. Augustinus, nach dessen Ordensregel die Prämonstratenser leben, stellte der Abt in den Mittelpunkt seiner Predigt. Das Versprechen "Leben in Gemeinschaft" bedeute nach den Vorstellungen von Augustinus Ehelosigkeit, Gehorsam und eine Art Gütergemeinschaft. Dieses Gemeinschaftsleben sei mit einem Schmelzofen zu vergleichen, zitierte der Abt den Ordensvater.

Die Hitze des Feuers habe nicht nur verheerende Wirkungen, sondern auch reinigende Funktion, bemerkte der Kirchenmann. Auf die Klostergemeinschaft angewandt bedeute es Reinheit und Verantwortung. In den vergangenen fünf Jahren habe Frater Johannes die Stärken und Schwächen des klösterlichen Lebens erkennen können. Der Abt folgerte: "Wir sind nicht perfekt und vollkommen, aber wir wollen miteinander auf einem guten Weg bleiben." Auf diesem Weg der Zuversicht in brüderlicher Gemeinschaft wünschte Hermann Josef Kugler dem Kandidaten, dass Gott das gute Werk vollenden möge.

Leben nach Evangelium

Ein Segensgebet des Abts, der Klang der Marienglocke und die Fürbitten im Wechsel begleiteten die weiteren Bekenntnisse des Kandidaten, ein Leben nach dem Evangelium Christi zu führen und sich der Kirche Speinshart zu übergeben. Schließlich legte der Abt dem künftigen Chorherren als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zur Kirche in Speinshart die Mozetta, das weiße Chorherren-Schultertuch, um. Der Neuprofesse erhielt vom Administrator der Abtei und von den Kanonikern der Kirche den Friedensgruß.

Die Feier der Profess in der voll besetzten Klosterkirche verfolgten die Familienangehörigen von Frater Johannes, zahlreiche Ordensleute und Priester sowie einige Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Albert Nickl und Georg Girisch, Vorsitzender des Fördervereins Kloster Speinshart.

Der Festgottesdienst wurde von der Gruppe Cantemus, von Walter Huber (Orgel) und von Thomas Murr und Marius Koslowsky (Blechbläser) musikalisch mitgestaltet. Die zahlreichen Gäste trafen sich nach dem Pontifikalamt zu einem Stehempfang im Innenhof des Klosters.
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