Tempo und Intensität

Für solche Nachmittage ist der Musiksaal des Klosters Speinshart gemacht: Pianistin Anastasia Zorina sorgte für eine Rachmaninow-Sternstunde. Bild: stg
Lokales
Speinshart
17.11.2015
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Pianistin Anastasia Zorina hatte zum Rachmaninow-Konzert im Kloster Speinshart geladen. Dass es vor dem Musiksaal einige enttäuschte Gesichter gab, war nicht die Schuld der jungen Russin.

Als Siebenjährige gab Anastasia Zorina ihr erstes Konzert in ihrer Heimatstadt Jekaterinburg. Am Sonntagnachmittag war die mehrfach ausgezeichnete Pianistin zu Gast im Musiksaal des Klosters. Das elegant, grandioses Klavierspiel der 26-Jährigen begeisterte die 90 Zuhörer bis zur letzten Minute.

Zorina ist keine Unbekannte in Speinshart, im vergangenen Jahr hatte sie mit Geigerin Anne Maria Wehrmeyer die Besucher begeistert. Nun war sie alleine mit einem Bündel an Werken ihres Landsmannes Sergei Rachmaninow zurückgekehrt. Sie bot hohes Tempo und kraftvolle Intensität im Spiel.

Schon nach den ersten Klängen des Allegro moderato der Sonate op.28 in d-Moll verschmolzen die Pianistin, ihr Flügel und der Musiksaal zur harmonischen Einheit. Nach der gut 45-minütigen Sonate folgten acht weitere Werke Rachmaninows, zu denen Zorina die Zuhörer einlud und die die Welt des Komponisten widerspiegelten. Kaum vorstellbar, dass man Rachmaninow mehr verinnerlichen, sich seiner Musik noch leidenschaftlicher hingeben kann, wie es Zorina an diesem Nachmittag tat.

Mit weiteren Werken wie "Prélude op.3 Nr. 2 in cis-moll", "Humoresque op. 10 Nr. 5 in G-Dur" oder "Lilacs op. 21 Nr. 5 in As-Dur" hatte Zorina Stücke ausgesucht, die so manchen Zuhörer sicherlich zum Rachmaninow-Liebhaber werden ließen. Kraftvoll und anmutig sowie fordernd und verträumt gab die Pianistin der Musik eine Sprache, die jeder im Publikum verstand.

Mit höchster Virtuosität und Spannung bis zum letzten Ton brillierte die Pianistin. Einige Musikfreunde mussten sich dieses Ereignis leider entgehen lassen und umkehren, da es im Musiksaal des Klosters keinen freien Platz mehr gab: Ihnen ist zu wünschen, dass Anastasia Zorina bald wieder den Weg nach Speinshart findet.
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