Verlagern statt bauen

Lokales
Speinshart
27.03.2015
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Kreispolitik mit einem Lobpreis auf die Große Koalition auf Landkreisebene vermittelte Stephan Oetzinger beim CSU-Ortsverband. Doch der Sprecher der CSU-Kreistagsfraktion und Bürgermeister von Mantel erntete dabei auch Widerspruch.

Dieser entzündete sich an einer der Zukunftsaufgaben, die Oetzinger als Gastredner in der Jahreshauptversammlung (wir berichteten) aufzählte: dem Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes. "Das Bürohaus des Landratsamts am Hohlweg enthält viel toten Raum und verschandelt das Stadtbild." Deshalb plädierte er für einen Neubau, den Fachleute auf 4,3 Millionen Baukosten schätzen.

Ex-Kreisrat Robert Dotzauer empfand den finanziellen Aufwand für immer wieder neue Verwaltungsgebäude in der Kreisstadt jedoch als deutlich übertrieben. Er empfahl vielmehr eine verstärkte Nutzung bestehender Bausubstanz, zum Beispiel des alten Landratsamts in Eschenbach. "Eine Sanierung ist längst überfällig", merkte Dotzauer dazu an.

Für vernünftig hielt er die Idee, für die Sanierung über die Stadt Eschenbach Städtebaufördermittel zu akquirieren. "Man muss nur bereit sein, nach intelligenten Lösungen zu suchen."

Gleichzeitig regte der ehemalige Kreisrat Überlegungen an, im Geist praktizierter Bürgernähe Dienststellen und Arbeitsplätze vom Landkreissitz Neustadt/WN in ehemalige Kreisstädte zu verlagern. Als Vorbild dafür nannte er die Behördenverlagerungen des Freistaats: "Was der Heimatminister kann, ist auch dem Landkreis möglich."

Stephan Oetzinger lobte in seinem Gastreferat den Führungsstil des neuen Landrats Andreas Meier und seines Stellvertreters Albert Nickl und stellte fest: "Die Landkreisspitze setzt neue Akzente." Mit der Landkreis-SPD als Koalitionspartner bestehe ein tragfähiges Bündnis, analysierte er nach einem knappen Jahr Großer Koalition auf Kreisebene.

Den Dreiklang solider Kreispolitik umschrieb der CSU-Kreisrat mit Schuldenabbau, umsichtigen Investitionen und der Unterstützung finanzieller Spielräume in den Gemeinden. Trotz der Ausgaben in noch nie gekanntem Umfang baue der Landkreis 2015 weiter seine Verbindlichkeiten ab. Dennoch bleibe die Kreisumlage stabil und sei damit Orientierungshilfe für akzeptable Gemeindefinanzen. Zum Jahresende sei mit einer Pro-Kopf-Verschuldung des Kreises von 116 Euro je Einwohner zu rechnen. Der Landesdurchschnitt liege bei 240 Euro.

Als größte Investitionsprojekte nannte der Sprecher der CSU-Kreistagsfraktion Straßenbaumaßnahmen als Lebensadern des Landkreises und einige Hochbauprojekte, etwa die Generalsanierung der Schwimmhalle in Eschenbach sowie die Sanierung der Lobkowitz-Realschule und des Gymnasiums in Neustadt/WN.
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