Viel Applaus für "Frucht und Erbe"

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Lokales
Speinshart
02.12.2014
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Seit 800 Jahren prägt das Kloster Speinshart die Region. Ein fesselnder Dokumentarfilm beleuchtet Gründung und Aufstieg, Fall und Wiedererblühen des Klosters. Am Sonntag feierte das Werk im Gemeindezentrum Premiere.

Die Geschichte des Klosters seit der Gründung 1145 ist faszinierend wie die Persönlichkeiten, die als Äbte oder Chorherren in Speinshart regierten. Adelvolk von Reifenberg hatte das Kloster nach der "wundersamen" Rettung seiner Gattin Richenza gestiftet. Von der wechselvollen Historie seither berichtet der Film "Frucht und Erbe". In 50 Minuten stellt er Konflikte mit weltlichen Mächten und Konkurrenten, Opfer, Verrat und den Einsatz oft unheiliger Mittel während der Existenzkämpfe nach. Ein Jahr arbeitete der junge Pressather Produzent Robert Neuber an dem Streifen. Gelungen ist ihm ein mitreißender Dokumentarfilm.

Schauspiel-Profi

Gemeinsam mit Hans Walter aus Kastl hat sich der Medienstudent Neuber an das Mammutprojekt gewagt. Neuber versteht es, den Zuschauern mit seiner Produktion einen Einblick ins Schicksal der Speinsharter Kirchenmänner zu geben. Wertvolle Unterstützung fand er bei rund 100 Mitwirkenden überwiegend aus der Klosterpfarrei Speinshart. Der langjährige zweite Bürgermeister Hans Diepold und Reinhold Meyer sehen sich in der Dokumentation als leidgeprüfte Äbte wieder, Günther Hösl aus Pressath erweist sich in der Rolle eines alternden, umsichtigen Klosterrichters als Idealbesetzung, und für viele Statisten werden die Filmaufnahmen zur Rolle ihres Lebens - einfach köstlich.

Besonders hob Neuber aber das Engagement von Hans Walter als Organisator und Regisseur hervor. "Nur mit Hans Walter konnte das Werk gelingen." Zu den Unterstützern zählte der Produzent seinen betreuenden Professor Dr. Michael Thiermeyer von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden und Pater Lukas Prosch. Der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte betonte wiederum in seinen einführenden Worten die Förderung des Projekts durch Zuschüsse aus dem Leader-Programm und das glanzvolle "Speinshart-Debüt" von Schauspieler Sebastian Hölz.

Dessen Gesicht kennt das Fernsehpublikum aus der ARD-Fernsehserie "Großstadtrevier" als Streifenpolizist "Ben Kessler". Als einziger Profi der Speinsharter Produktion erzählt er die spannende Geschichte der Chorherren von Speinshart, führt durch die Dokumentation und vertieft die Handlung mit dem zweideutigen Auftreten des letzten Klosterrichters Alois Tretter, einem Vetter von Abt Domenikus II. Darüber hinaus gelingt es Hölz in seiner Moderation, die Schuldensituation des letzten Abtes vor der Säkularisation zu verdeutlichen und die Enteignung im Zuge der Säkularisierung von 1803 mit all ihren dramatischen Folgen berührend wiederzugeben. "Frucht und Erbe" gewährt somit einen einzigartigen Einblick in Aufstieg, Fall und Neubesiedlung des Klosters und endet schließlich doch noch mit einem Wunder. 1921 gelingt es dem Stift Tepl, die maroden Gebäude zu erwerben und neues Klosterleben entstehen zu lassen.

Der Film entstand als Robert Neubers Bachelorarbeit an der OTH. Der Produzent versteht es, der Spurensuche Leben einzuhauchen und die Zuschauer auf eine spannende Zeitreise durch mehr als acht Jahrhunderte mitzunehmen, mitfiebern und auch mitleiden zu lassen. Mit lebendigen und teils dramatischen Bildern des klösterlichen Niedergangs vor und während der Beschlagnahme der Klostergebäude durch Behördenvertreter des Königreichs Bayern oder der "Entfernung" des katholischen Pfarrers von Eschenbach aus seinem Gotteshaus fesselte die bewegende Handlung ein höchst interessiertes Publikum.

Bewegendes Happy End

Umso bewegender dann das Happy End mit dem Wiedereinzug der neuen Chorherren im Jahr 1921 mit "Pauken und Trompeten", umrahmt von kirchlichen und weltlichen Würdenträgern und viel Volk, das auch im Gemeindezentrum wieder zu entdecken ist. All diesen Protagonisten galt nach den jubelnden Schlussszenen des Films und dem ersten Abklingen des stürmischen Beifalls der etwa 200 Besucher Saal der Dank des Filmemachers und seiner Unterstützer. "Die vielen Laiendarsteller haben den Film erst ermöglicht", lobte Neuber die Rolle aller Akteure für einen besonderen Film, handelnd an einem besonderen Ort. Hans Walter berichtete als Organisationschef von der großen Herausforderung, in eine 50-minütige Film-Dokumentation 800 Jahre Geschichte unterzubringen.
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