Virtuos gestrichen

Lokales
Speinshart
29.10.2014
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Allerheiligen steht vor der Tür. Um auf das Hochfest einzustimmen, erbrachte das Bayreuther Ensemble "Cellophonie" in der Klosterkirche den Beweis seines herausragenden Könnens. Im Mittelpunkt stand ein Instrument, das sonst eher als Begleiter fungiert.

Vielen Musikfreunden dürfte das Instrument eher als Begleitinstrument bekannt sein: Dass das Cello aber noch viel mehr kann, bewies am Sonntagabend das Bayreuther Ensemble "Cellophonie" in der Speinsharter Klosterkirche. Dass Sextett gestaltete einen Auftritt unter der Überschrift "Konzert im Blick auf Allerheiligen", darüber hinaus waren aber auch Orgelklänge sowie vorgelesene Texte zu hören.

Zu Allerheiligen passend stand auch ein Requiem auf dem Programm, das einen musikalischen Höhepunkt des Konzerts bildete: Aus der Feder des tschechischen Komponisten und Cello-Virtuosen David Popper (1843-1913) stammte das Requiem op. 66 für drei Violoncelli und Orgel. Drei der sechs Cellisten verließen dafür den Altarraum, um von der Empore herab mit Thomas Rothert an der Orgel das eindrucksvolle Stück darzubieten. Entstanden war hierbei eine musikalische Mischung aus Trauer und Hoffnung. Zu den weiteren Werken des Abends zählte Johann Sebastian Bachs bekannte "Air", die äußerst gelungen interpretiert wurde.

Überhaupt: Alle sechs Cellisten - Mathias Hartmann, Heidrun Kamphausen, Georg Kamphausen, Ranjana Epp, Stefanie Jost und Susanne Schlesier - begeisterten die Zuhörer - es hätten vielleicht einige mehr sein können - mit einem Gesamtklang, der sich über die Tonschönheit des einzelnen Spielers hinaus zu einem ausgewogenen Ganzen verband. Die Intensität ihres Spieles beeindruckte, jede Note wurde zu einem tief empfundenen Gefühl und zu einem musikalischen Geben und Nehmen. Hervorragend klappte auch das Zusammenspiel in den verschiedenen Besetzungen - angefangen beim Duo über das Quartett bis hin zum Sextett. Dargeboten wurden darüber hinaus unter anderem Werke von Joseph Bodin de Boismortier, Georg Friedrich Händel und Henri de Kaan.

Zum Nachdenken regte zwischendurch immer wieder Rezitatorin Maria Djukic an, die eigene Texte in deutscher Sprache vorlas - beispielsweise "Die Birke", "Die Worte" oder "Das Gebet". Mit viel Applaus belohnten die Zuhörer das meisterliche Spiel der Cellisten und des Organisten. Erst nach einer Zugabe durften die Musiker den Altarraum verlassen.
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