Vortrag über Gewohnheiten mit Worten und Sätzen
Sprache mit anderen Augen sehen

Alexandra Dippl. Bild: rn
Lokales
Speinshart
09.05.2015
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Im Dientzenhofer-Saal des Klosters ging es um die Kraft der Sprache. Referentin Alexandra Dippl analysierte alltägliche Sprechgewohnheiten und deren Wirkung auf andere und auf sich selbst. Zudem regte sie an, sich mehr Gedanken über das zu machen, was man sagt.

Sie beließ es nicht dabei, die Besucher der Veranstaltung in die Rolle der Zuhörer zu versetzen, sondern band sie in ihren Vortrag ein. Dazu diente eine Wortprobe mit Begriffen wie Quelle, schnell, lächeln oder dankeschön. Dippl stellte die Frage, ob ein Wort dabei war, das angenehm gewirkt habe und warum. Die Referentin griff dazu Worte auf, die Unangenehmes hervorrufen können. Dem Wort "müssen" maß sie eine negative Wirkung bei. Im Rahmen der Partnerübung ging es um den Satz "Wann müssen wir losfahren?". Die Aufgabe bestand darin, die jeweilige Wirkung auf den Partner zu erkennen. Sichtlich überrascht stimmten die Teilnehmer zu, dass ihr Gegenüber ohne den Gebrauch des Wortes "müssen" entspannter, auch in der Stimme, wirkten.

Dippls Appell: "Schaffen Sie sich mit Ihrer Sprache Entlastung und Freiraum." Auch das Wort "schnell", nahezu zu jeder Tätigkeit verwendet, sollte vermieden werden. "Die jeweilige Tätigkeit geht mit dem Wort schnell nicht schneller", war die Ausbildungsleiterin überzeugt. Als besonders negativ wertete sie es, wenn die Wörter "müssen" und "schnell" als Paar verwendet werden. Damit mache man sich selbst und auch anderen Druck. "Unsere Sprache macht etwas mit uns", folgerte Dippl. Sie rief dazu auf, die Sprache bewusster zu nutzen und sie mit anderen Augen zu sehen. Es gelte, klar und deutlich beim Gesprächspartner anzukommen. Für verwendete Füllwörter und Floskeln, die wenig kompetent wirken, fand sie nur die Bezeichnung "Wischi-waschi-Sprache". Als Beispiel dafür dienten ihr Aussagen wie "Eigentlich lese ich gerne". Die Variante "Ich lese gerne" wirke konkreter, glaubwürdiger und sicherer.

"Meiden Sie den Konjunktiv!" - Mit diesem Aufruf wandte sich Dippl gegen wenig aussagekräftige Äußerungen wie "Würden sie mir ... bringen" oder "Ich würde sagen".
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