Wasser-Weitsicht

Zweckverbandsvorsitzender Josef Wiesend (von links), Manfred Meier vom Wasserwirtschaftsamt, Bauunternehmer Stephan Prösl, Planer Hannes Oberndorfer und Bürgermeister Albert Nickl suchten sich für den Spatenstich für einen neuen Hochbehälter des Wasserzweckverbandes Seitenthaler Gruppe bei Haselbrunn den heißesten Tag des Jahres aus. Bild: do
Lokales
Speinshart
10.08.2015
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Zum Höhepunkt der Saharahitze demonstriert der Wasserzweckverband Seitenthaler Gruppe Weitsicht. Mit einem Spatenstich beginnen die "Wassermänner" um Vorstand Josef Wiesend mit dem Bau eines neuen Hochbehälters.

Die Versorgungssicherheit in Teilen des Kulmgaues soll auch in den nächsten 100 Jahren gewährleistet sein, verkündet Wiesend. Die Förderpumpen in den Tiefbrunnen der Region laufen derzeit auf Hochtouren. Die Hitzewelle schlägt alle Verbrauchsrekorde. Länger denn je laufen die Pumpen, fördern das kostbare Nass aus den Tiefen des Oberpfälzer Buntsandsteingebirges ans Tageslicht. Wenn es sein muss, schalten die Wasserwarte die Anlagen auch tagsüber ein. Das kostet teuren Tagesstrom. "Der Wasserverbrauch ist riesig und auch eine Reserve für den Brandschutz müssen wir bereithalten", erklären die Wasserwarte Alfons Höllerl und Reinhold Hefner.

Von 250 auf 450 Kubikmeter

Auf dem höchsten Punkt des Versorgungsgebietes südlich Haselbrunn in Richtung Heideleite kratzen die fünf Auserwählten mit Vorsitzendem Wiesend, Bürgermeister Albert Nickl, Planer Hannes Oberndorfer, "Wasserpapst" Manfred Meier und Bauunternehmer Stephan Prösl symbolisch in staubtrockener Erde. In wenigen Tagen werden die Bemühungen der "glorreichen Fünf" von großen Baumaschinen abgelöst. Dann beginnt ein Großprojekt, das die ins Alter gekommene Betonwanne ersetzen soll. Statt bisher 250 Kubikmeter wird es dann eine Wasserreserve von 450 Kubikmetern geben.

Der Schilderung der Wasserwege (siehe Hintergrund) folgte ein Rück- und Ausblick auf die Finanzierung des Projekts. "Die 500 000 Euro teure Investition bringt uns nicht um", beruhigte Vorsitzender Josef Wiesend. Der umsichtige Vorstand handelte mit seinem Geschäftsführer Reinhard Stöckl nach dem Prinzip "Spare in der Zeit, so hast du in der Not". "Wir können den Bau aus den Rücklagen finanzieren", triumphierte Wiesend. Kein Kunde des Zweckverbandes brauche sich über eine Kostenbeteiligung sorgen. Auch der Sensationspreis von 77 Cent je Kubikmeter Trinkwasser werde nicht angetastet, versicherte Wiesend. "Ein Knüller." Der Wasserpreis der Seitenthaler Gruppe, mit 0,7 Cent umgerechnet für einen 10-Liter-Eimer Wasser, sucht seinesgleichen. Ausgenommen von dieser Frohbotschaft ist nur die Ortschaft Zettlitz. Die Zettlitzer haben ihre eigene Wasserversorgung aufgegeben und sich dem Zweckverband angeschlossen. Das kostet den Verbrauchern in Zettlitz einen einmaligen Beitrag. Nun hofft Wiesend auf eine zügige und qualitativ hohe Bauausführung. Diese wird vom Eschenbacher Unternehmer Stephan Prösl zugesichert. Dank zollte der Zweckverbandsvorsitzende Anton Walberer für die Bereitschaft zum Grundstückstausch.

Über Einzelheiten zur Bauausführung berichtete Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer. Der Planer sprach von der Weitsicht der Verantwortlichen, anstelle einer Erweiterung gleich einen neuen Hochbehälter zu errichten. Das spare Zeit, sei nicht teurer und habe Vorteile. Als Beispiele nannte Oberndorfer einen höheren Wasserdruck, die Möglichkeiten einer komfortablen Bedienung und die Technikausstattung aus beständigem Edelstahlmaterial. Der Planer rechnet mit einer Fertigstellung im Mai 2016.

100 Jahre vorausgedacht

"Am heißesten Tag des Jahres wird einem klar, welch elementare Bedeutung das Trinkwasser hat", bemerkte Manfred Meier. Der "Wasserpapst" des Wasserwirtschaftsamtes lobte den Mut der Zweckverbandsmitglieder, rechtzeitig zu handeln und 100 Jahre vorauszudenken. Als einer der Gründe für den sensationell niedrigen Wasserpreis sah Meier das ehrenamtliche Wirken der Verantwortlichen. "Ich kenne in meinem Amtsbereich über 200 Anlagen. Ehrenamtlichkeit in diesem Umfang findet man jedoch nur in Speinshart", lobte Meier.

Hauptabnehmer des kostbaren Produkts Wasser sind die Verbraucher der Gemeinde Speinshart. Bürgermeister Albert Nickl bestätigte deshalb als Zweckverbandsmitglied: "Beim Zweckverband ist die Pflichtaufgabe der Gemeinde in guten Händen." Die tropischen Temperaturen während der kleinen Feier sah der Bürgermeister als Fingerzeig für den klugen Blick in eine sichere Versorgung.
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