Weltweit ein Kraftspender

In ungetrübter Klangschönheit intonierten der Projektchor der Klosterpfarrei Speinshart, Streicherensemble und Orgel während des Hochamtes das Hauptwerk von Gustav Eduard Stehles "Missa Salve Regina".
Lokales
Speinshart
07.10.2014
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Ist der Rosenkranz noch zeitgemäß? Beim Rosenkranzfest beantwortete Hauptzelebrant Abt Beda Sonnenberg diese Frage mit einem klaren Bekenntnis für das sogenannte Wiederholungsgebet. Es richtig zu beten, auch dazu gab der Kirchenmann wertvolle Ratschläge.

Rosenkranzkönigin, Jungfrau voll Gnade, schallte es schon beim Einzug des liturgischen Dienstes durch die Klosterkirche. Die Prämonstratenser von Speinshart und mit ihnen die Pfarrgemeinde sowie zahlreiche Gäste feierten das Rosenkranzfest.

Es hat in Speinshart Tradition. 93 Jahre zuvor, am Rosenkranz-Sonntag 1921 war das Kloster vom Stift Tepl aus wiederbesiedelt worden. Und es gebe eine starke Rosenkranz-Bruderschaft, die sich mit Speinshart und der Region verbunden fühlt, betonte Prior Pater Benedikt zu Beginn des Pontifikalgottesdienstes.

Eine Speinsharter Besonderheit hatte Abt Beda Sonnenberg von der Benediktinerabtei Plankstetten schon zu Beginn seines Besuches entdeckt. Der Ehrengast beschrieb das Bildprogramm des Rosenkranz-Altares in der Speinsharter Klosterkirche als Gottes Einladung an die Menschen, in Not und Leid Hilfe im Gebet zu suchen. Der Interpretation des Altarbildes folgend, stand das Rosenkranzgebet auch im Mittelpunkt der Festpredigt.

"Der Rosenkranz ist für viele Menschen Zuflucht", betonte der Kirchenführer. Der Prediger blickte zunächst auf das 13. Jahrhundert zurück, schilderte die Erlebnisse des Franziskaner-Paters Wilhelm von Rubruk bei einer Reise durch fernöstliche Länder, erzählte von den Gebetsritualen in Moslemklöstern und berichtete von persönlichen Begegnungen mit Hindus in Indien, um dann einen Vergleich mit dem christlichen Rosenkranz herzustellen: "Wiederholungsgebete zu Gott sind weltumfassend." Wer sie verwende, glaube daran, durch positive Kräfte eine innere Verwandlung zu bewirken und das Böse zurückzudrängen.

Abt Beda Sonnenberg folgerte: "Das Rosenkranzgebet gehört auf der ganzen Welt zu den Kraftspendern". Der Prediger widersprach dem Einwand der Eintönigkeit und Monotonie des Wiederholungsgebetes und empfahl den Gläubigen, mit dem Herzen zu beten und sich von der Mutter Gottes führen zu lassen. Dann führe der Rosenkranz zu einem Gebet, das Vertrauen spende.

Werkzeug des Friedens

Der Abt sprach die Hoffnung aus, alle Gebetsschnüre dieser Welt zu einem starken Band des Friedens zu schnüren und verurteilte mit Blick auf die Schreckensmeldungen aus allen Erdteilen Gewalt, Fanatismus und Intoleranz. Der Weg zum Frieden verbinde alle Weltreligionen, betonte der Festprediger. Die Gläubigen ermunterte der Abt, Unrecht und Gewalt, Krieg und Terror mit dem Rosenkranzgebet als Werkzeug des Friedens zu begegnen. Jeder könne auf seine persönliche Weise am Frieden in der Welt bauen. Besonders der Rosenkranzmonat Oktober lade dazu ein.

Einen würdigen Rahmen gab der Pontifikalmesse feierliche Musik. Der Projektchor der Pfarreien-Gemeinschaft Speinshart brachte mit Unterstützung eines Streicherensembles mit voller Hingabe und feinem Sinn die "Missa Salve Regina" zu Gehör. Es dirigierte Matthias Stiegler. Die Streichergruppe leitete Willibald Wirth. An der Orgel spielte Anneliese Beer.

Dem Pontifikalgottesdienst folgte eine eucharistische Prozession um das Klosterdorf. Dem Hauptfest war am Freitag eine Vigilfeier mit moderner Liturgie und am Samstagabend nach der Vorabendmesse die traditionelle Lichterprozession vorausgegangen. Am Sonntagnachmittag stand Abt Hermann Josef Kugler, Administrator von Speinshart, der feierlichen Pontifikalvesper vor. Den musikalischen Abschluss des Rosenkranzfestes bildete ein Konzert in der Klosterkirche mit anspruchsvollen Rosenkranzsonaten (wir berichten).
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