"Wie Weihnachten und Ostern zusammen"

Lokales
Speinshart
13.12.2014
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Halleluja! Die Klosterdorfgemeinde jubelt. Bürgermeister Albert Nickl strahlte, als ob ihm das Christkind soeben höchstpersönlich einen Besuch abgestattet hätte, und auch die Räte nickten beifällig: 350 000 Euro beträgt das Weihnachtsgeschenk des Freistaats für die Kommune.

Das ist ein schöner Batzen - weit mehr als üblich -, der den Schuldenstand der Klosterdorfgemeinde von heute auf morgen halbiert. "Stabilisierungshilfe", heißt das Zauberwort für Kommunen in Geldnot. Die reich sprudelnden Steuerquellen machen es dem Land Bayern möglich, die besonders klammen Gemeinden an der Geldschwemme teilhaben zu lassen.

Ein Glücksfall auch für Speinshart: "Wie wenn Weihnachten und Ostern zusammenfallen", beschrieb Bürgermeister Albert Nickl zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend die Nachricht aus dem Bayerischen Finanzministerium.

Der vorgezogenen Weihnachtsbotschaft folgte jedoch unverzüglich ein Bremsmanöver. "Zum Verwirklichen der gemeindlichen Wunschprojekte ist die Sonderzuweisung nicht gedacht", dämpfte Nickl Erwartungen und Hoffnungen. Das Geld aus der Staatskasse gebe es nicht ohne Bedingungen.

Der Bürgermeister erinnerte an das vom Gemeinderat beschlossene Konsolidierungskonzept mit dem Ziel des sparsamen Wirtschaftens und des effizienten Einsatzes der zur Verfügung stehenden Investitionsmittel. "Mit diesem Weg des umsichtigen Umgangs mit den Gemeindefinanzen konnten wir das Finanzministerium überzeugen", analysierte er.

"Die Halbierung der Schulden führt zu einem nachhaltigen Rückgang der Zins- und Tilgungsleistungen in Höhe von 35 000 Euro jährlich", rechnete Nickl vor. Langfristig eröffne die staatliche Sonderförderung einen schuldenfreien Haushalt und schaffe Spielraum für neue Investitionen.
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