Wien, Budweis, Eschenbach

"Böhmische Freunde" lautet der Titel des 114-Seiten-Büchleins, mit dem Klaus Pörtl, alias Klaus R. Walter, sein Plädoyer für die deutsch-tschechische Versöhnung fortsetzte. In Speinshart begeisterte der ehemalige Eschenbacher mit einer spannenden Lesung. Bild: do
Lokales
Speinshart
18.10.2014
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Klaus Pörtl war zurück in seiner zweiten Heimat. Im Gepäck hatte der pensionierte Romanistik-Professor sein zweites Buch. In Speinshart präsentierte er sein Werk als Plädoyer für die deutsch-tschechische Aussöhnung.

"Böhmische Freunde": Der Titel ist Programm, der Inhalt ein Bekenntnis zur bayerisch-böhmischen Freundschaft, ein Plädoyer für Freiheit und Toleranz. Klaus Pörtl präsentierte unter seinem Schriftsteller-Pseudonym Klaus R. Walter bei der Lesung in der Internationalen Begegnungsstätte sein zweites Werk. Referent Thomas Englberger stellte ihn als "spannenden Mann" vor: Böhme, Bayer und Ibero-Romanist, Professor, Schauspieler.

In der Lesung verneigte sich der Schriftsteller dann vor seinem Freund Pavel, der wie Pörtl in Budweis zur Welt kam. Das Buch zeichnet beider Lebensweg mit Stationen in Budweis, Wien, Eschenbach, München und Pamplona. Es knüpft an den "Böhmischen Lausbub" an, Pörtls erstes Buch, "eine fiktionale Autobiografie". Motiv beider Werke ist die Freundschaft zweier Buben, die den Kalten Krieg überdauerte.

In "Böhmische Freunde" skizziert er ein Bild des Schriftstellers, den Wissenschaft und Forschung in die Welt ziehen. Klaus R. Walter erinnert an Erlebnisse als Lektor an der "Universidad de Navarra" in Pamplona zu Zeiten der Franco-Diktatur und schildert Pavels Karriere als Germanist und Doktor der Philosophie. Dank geschickter Vermittlung seines Freundes landet auch Pavel in Pamplona, lernt Land und Leute kennen und verliebt sich in eine Spanierin. Zu den Zielen Pavels gehören Wien, München, Madrid, Ecuador und die Galapagos-Inseln.

Und auch Pörtls zweite Heimat Eschenbach findet Platz. Der Schriftsteller berichtete von glücklichen Tagen am Rußweiher. Ein Besuch Pavels ist Pflicht. Pavel schwärmt ebenfalls von idyllischer Landschaft, Natur, Möwen- und Wildentenschwärmen, Preisel- und Schwarzbeer-Stauden. Die "Böhmischen Freunde" sind voller Erinnerungen an Budweis, Eschenbach und München.

Mit einem Plädoyer für die Völkerverständigung enden Büchlein und Lesung. Der Autor zitierte aus einer Ansprache am germanistischen Lehrstuhl der Universität Olomouc (Olmütz) vor dem Fall des Eisernen Vorhanges. Die Sehnsucht nach Toleranz und Freiheit in einem geeinten Europa wurde zur Kraftquelle. Schließlich erfuhren die Hörer, dass sich hinter dem Pseudonym Klaus R. Walter der Ruheständler Klaus Pörtl verbirgt, ein "Weltmenschen", 1938 in Budweis geboren, in den Nachkriegsjahren in Eschenbach und München aufgewachsen, mit langjähriger Professur für spanische Sprache und Kultur an der Gutenberg-Universität in Mainz und Gastprofessuren in Budweis, Krakau und Bogota.
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