Wien und Musik im Blut

Kokett, heiter und mit großer Ausstrahlung sangen sich Sopranistin Eva Danzl und Tenor Ferdinand Kamm in die Herzen des Publikums.
Lokales
Speinshart
21.07.2015
2
0

Wer an Wien denkt, dem kommen Tafelspitz, Wiener Schnitzel, Palatschinken, Sachertorte und der kleine Braune in den Sinn. Und er träumt vom Walzer. Musikalisch vermittelte die Glückseligkeiten am Samstagabend das Salonorchester Neustadt/WN im Kloster Speinshart.

Wien bleibt Wien oder Wien, Wien nur du allein: Dieser musikalische Einladung des Salonorchesters in das Herz einer ehemals schillernden Monarchie und Lieblingsstadt zahlreicher Komponisten von Weltruf folgten gut 500 Besucher. Da hatte es Prior Pater Benedikt Schuster leicht, an einem Abend, so schön wie die blaue Donau, die gut gelaunten Gäste zu begrüßen und dem Ensemble für ihr fünftes Benefizkonzert in Speinshart zu danken.

Viel Gefühl

Das Orchester glänzte mit Meisterwerken voller Stimmung und Gefühl. Der musikalische Bogen über Wiener Gefühlswelten spannte sich von Johann Schrammel über Johann Strauß bis Robert Stolz, von Carl Michael Ziehrer bis zu Wilhelm August Jurek, dem Komponisten des Deutschmeister-Regimentsmarsches. Aber auch Melodien von Ludwig Gruber, Philipp Fahrbach, Karl Komzák und Rudolf Sieczkynski boten Stoff für Herz und Seele. Souverän geleitet von Maestro Heribert Bauer verzückten die 52 Akteure mit einem üppig-lockeren Walzer-, Polka- und Marsch-Arrangement.

"Stadt meiner Träume"

Ein bunter Reigen vertrauter Melodien wie "Mei Muatterl war a Weanerin" von Ludwig Gruber, der "Wiener" und "Leichtes Blut" von Johann Strauß (Sohn) oder "Wien, Wien nur du allein, sollst die Stadt meiner Träume sein" inspirierte zum entspannten Genießen. Ein feuriges Potpourri Strauß'scher Walzermelodien, arrangiert von Dirigent Bauer, vervollständigte das beschwingte Vergnügen. Vortrefflich auch die launige Confèrence von Maria Hirsch. Mit Hintergrundwissen über Komponisten und Wiener Anekdoten führte sie humorvoll durchs Programm.

Weiterer Glanz sollte nicht fehlen. Vereint mit der dynamischen Musikdramatik des Orchesters schwärmte Tenor Ferdinand Kamm gefühlvoll vom "Muatterl war a Weanerin", eine Hommage an alle Mütter der Welt. Sopranistin Eva Danzl genoss die Wiener Nächte. In "Wien wird erst schön bei Nacht" von Robert Stolz setzte die echte Kosmopolitin, in Schweden geboren, in der Oberpfalz aufgewachsen und mit sizilianischen Wurzeln in romantischer Sinnlichkeit ein Ausrufezeichen. Ein leidenschaftliches musikalisches Gemälde zeichneten Danzl und Kamm im Duett mit einem Wien als Stadt des Lichts, der Freude und der Träume ("Dort, wo ich glücklich und selig bin, ist Wien, ist Wien, mein Wien"). Nach 90 Minuten Charme, Schmäh und lieblich-beschwingter musikalischer Leckerbissen brauste es nach stürmisch geforderten Zugaben noch einmal so richtig durch den Innenhof. Mit dem Strauß-Walzer "An der schönen, blauen Donau" und dem Radetzky-Marsch verabschiedete sich das Orchester von einem dankbaren Publikum. Die anschließende Begegnung mit Sponsor Gerhard Richter war gekennzeichnet von heiterer Erwartung auf den Speinsharter Konzertsommer.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.