Zwei Jahrhunderte in 50 Minuten

Cestmir Mican (links), Darsteller beim Landestheater Oberpfalz, spielte Abt Dominikus von Lieblein, der nach einen Schlaganfall im Bett stirbt. Pater Lukas (Mitte) stand Robert Neuber beratend zur Seite, damit beim Dreh in der Prälatur alles so authentisch wie möglich war.
Lokales
Speinshart
29.11.2014
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Das Kloster Speinshart - kaum ein Ort dürfte beispielhafter für die wechselvolle Historie der Region rund um den Rauhen Kulm sein. Robert Neuber hat diese Geschichte aufgegriffen und in einem Dokumentarfilm verarbeitet.

. Das Ergebnis mit dem Titel "Frucht und Erbe. Die Geschichte des Klosters Speinshart" ist am Sonntag, 30. November, um 19 Uhr im Gemeindezentrum in Speinshart zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Schon lange hat sich Robert Neuber, der an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg Medienproduktion und Medientechnik studiert, mit dem Gedanken getragen, selbst einmal einen historischen Dokumentarfilm zu produzieren. Im vergangenen Jahr entschied sich der Zintlhammerer im Zuge seines Studiums, eine Dokumentation zu drehen und sie als Abschlussarbeit einzureichen.

Zwölf Monate Vorbereitung

Erleichtert hat diesen Schritt seine Erfahrung, die er bereits beim Dreh des Films "Die Kastler Pfarrchronik - von Managern im Habit und anderen historischen Ereignissen" gesammelt hatte. Dieser Dokumentarfilm entstand 2013/14 zusammen mit Hans Walter aus Kastl und hatte im März Premiere.

Im August 2013 stellte Neuber im Kloster seine Idee vor. Pater Lukas Prosch, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, war sofort begeistert: "Das machen wir". So begann eine fast einjährige Vorbereitungszeit für das Filmprojekt.

Im vergangenen Juni schloss Robert Neuber seine Recherchen ab und legte ein erstes Drehbuch vor. Nach vielen Gesprächen und Treffen zur Planung der Produktion fiel am 15. August die erste Klappe. Innerhalb von sechs Wochen wurden die einzelnen Szenen an verschiedenen Orten gedreht. Als Kulisse diente nicht nur Speinshart, sondern auch der Barbaraberg, die Bayreuther Eremitage, die Turmstube der Kemnather Stadtwache und das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Himmelkron. Über 80 Laienschauspieler und Statisten banden Hans Walter und Robert Neuber in die Produktion ein.

Während sich Neuber um Drehbuch, Kameraarbeit, Schnitt und Ton kümmerte, übernahm Walter die Regie und die Organisation rund um das Projekt. Besonders zeitaufwendig waren die Kostüme und das Casting. Unterstützung erhielten beide von Freunden und Bekannten sowie Studienkollegen. Eine unersetzliche Hilfe war Pater Lukas Prosch, der Neuber auch bei der Bearbeitung des historischen Materials zur Seite stand. Hinter der Kamera kümmerte sich ein rund 20-köpfiges Team und die Maske sowie den Auf- und Abbau von Requisiten.

Als Moderator konnte der bekannte Schauspieler Sebastian Hölz gewonnen werden. Er erzählt im Film anhand der Schicksale von Abt Wagner und dem letzten Klosterrichter Alois Tretter ab 1795 die Geschichte der Prämonstratenserabtei Speinshart. Dabei endet der Film "Frucht und Erbe" nicht mit der Säkularisierung von 1803, sondern mit der Neubesiedlung des Klosters durch das Stift Tepl ab 1921.

"Ich bin begeistert", schwärmt Pater Lukas über den fertigen Film. Der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart hat dessen Entstehung bis zum Schluss begleitet und war bei vielen Drehterminen selbst mit dabei. Er ist sich sicher, dass mit diesem Film vielen Interessierten die Geschichte von Speinshart ganz neu erschlossen wird. Laut dem Ordensmann wird der Film künftig an den Sonntagen im Infopunkt des Klosters für Interessierte und Touristen gezeigt. Lob zollt der Pater Robert Neuber und Hans Walter. Beide hätten viel Leidenschaft und Zeit in das Projekt gesteckt.
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