Gemeinde Speinshart macht weiter Schulden
Rentable Schulden

Die Grundschul-Sanierung gehört zu den "Lieblingsprojekten" der Gemeinde. Die energetischen Verbesserungen, die Barrierefreiheit und die baulichen Ergänzungen kosten etwa 1,1 Millionen Euro. Bild: do
Politik
Speinshart
17.05.2016
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Die Gemeinde Speinshart verschuldet sich neu. Doch das ist zu vertreten, zeigt sich Bürgermeister Albert Nickl überzeugt. Es seien "rentierliche" Gelder, die Nickl und der Gemeinderat verabschiedeten.

Mit 3,6 Millionen Euro ist es der zweitgrößte Haushalt in der Geschichte des Klosterdorfes. Nur das Volumen des Vorjahres war noch höher. Dennoch sind die Investitionen für die kleine Kommune immer noch gewaltig. Diese Investitionsfreudigkeit wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Grundschule kostet


Nickl nannte 2016 "ein Jahr entscheidender Weichenstellungen". Er verwies zunächst auf die energetische Sanierung der Grundschule mit Gesamtkosten von 660 000 Euro. Die Kosten der Barrierefreiheit der Schule sind auf 226 000 Euro veranschlagt. Die Ergänzung hin zur offenen Ganztagsschule wird circa 229 000 Euro kosten. Es gibt zwar einen Zuschuss für die energetischen Sanierung über 586 000 Euro. Dennoch rechnet Nickl für alle drei Maßnahmen mit einem Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von etwa 350 000 Euro bei Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro.

Weitere Anschaffungen sind ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Tremmersdorf (Gesamtkosten 170 000 Euro), die Sanierung des "Anwesens 23" in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wieskapelle (über eine Million Gesamtkosten), die Fortsetzung des Breitbandausbaues , der Abschluss der Baumaßnahmen für die Radwegverbindung nach Oberbibrach und der Neubau der sogenannten Panoramastraße zwischen Seitenthal und Barbaraberg.

Zu diesen Großprojekten kommen weitere Investitionsmaßnahmen hinzu wie der Parkplatzbau entlang des Radweges (130 000 Euro)und die Planungen für ein kleines Baugebiet in Zettlitz. Nickl bekannte sich mit Blick auf die großen Vorhaben moderaten Neuverschuldung in Höhe von 57 000 Euro in Jahr 2016 und einer weiteren Verschuldung von voraussichtlich 219 000 Euro im kommenden Jahr. Er versprach jedoch, die vorübergehende Neuverschuldung zeitnah zu tilgen. Kämmerer Karl Stopfer ermittelte ein Gesamtvolumen des Vermögenshaushaltes in Höhe von 1 786 000 Euro. Im kommenden Jahr zeigt die Finanzplanung einen weiteren Schuldenanstieg auf. Ab 2018 ist dann wieder ein Schuldenabbau veranschlagt. Dies bedeutet eine jährliche Pro-Kopf-Verschuldung je Einwohner von 448 Euro mit steigender Tendenz (645 Euro im Jahr 2017). Der Schuldenstand bleibt damit weiter unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden und auch unter dem Landkreisdurchschnitt, betonte Stopfer.

Zuschüsse für Großprojekte


Eine 20-seitiges Konzept zur Haushaltskonsolidierung beschloss der Gemeinderat einstimmig. Nur mit hohen Zuschüssen sind die Großprojekte zu meistern. Mit knapp 1,4 Millionen Euro rechnet die Gemeinde im Jahr 2016. Die landesweit steigende Steuerkraft wirkt sich auch auf kleine Gemeinden positiv aus. Der Einkommenssteueranteil des Klosterdorfes steigt von 465 000 Euro auf 490 000 Euro. Deftig ist die Steigerung der Kreisumlage. Die Gemeinde muss an den Landkreis 395 000 Euro überweisen. Im Vorjahr waren es nur 357 000 Euro. Mit 134 000 Euro ist Speinshart an den Finanzierungskosten der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach beteiligt.

Für den Betrieb des Kindergartens und der Krippe zahlt die Gemeinde 358 000 Euro. An die Schulverbände am Rauhen Kulm und Eschenbach sind 76 000 Euro zu überweisen. 22 500 Euro Ausgaben entstehen durch Verpflichtungen für Gastschulbeiträge für 15 Kinder. Bis zum Jahr 2018 sind die Gebühren für die Abwasserentsorgung mit 2,75 Euro je Kubikmeter Abwasser kostendeckend kalkuliert.
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