Tremmersdorfer bekommen Straßenausbaubeiträge zurück
Gebühr geht retour

Die Anlieger der Kreisstraßen-Ortsdurchfahrt in Tremmersdorf dürfen sich freuen. Bei rund 700 000 Euro Gesamtkosten für den Ausbau der Ortsdurchfahrt erwartet sie ein Schlussbescheid von insgesamt 36 200 Euro, noch einmal 5800 Euro weniger als schon bezahlt. Bild: do
Politik
Speinshart
18.04.2016
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Straßenausbaubeiträge sind ein ständiger Zankapfel zwischen Bürgern und Kommunen. Nicht so im Ortsteil Tremmersdorf der Gemeinde Speinshart. Jetzt bekommen die Anlieger der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße NEW 43 sogar Geld zurück.

Tremmersrf/Speinshart. (do) Die stolze Summe von rund 700 000 Euro investierte der Landkreis vor vier Jahren in den Ausbau der Kreisstraße im Ortsbereich Tremmersdorf. Der Finanzierungsanteil der Gemeinde Speinshart betrug rund 200 000 Euro. Bürgermeister und Gemeinderat packten die Gelegenheit beim Schopf, um die Verkehrssicherheit in der Ortschaft zu verbessern. Bei der Sanierung des 360 Meter langen Straßenstücks entstanden gepflasterte Gehwege, teilweise zu beiden Seiten der NEW 43. Neue LED-Straßenleuchten weisen den rechten Weg, neue Grundstückssockel und Mauern verschönern das Dorf. Der teilweise Rückbau eines Nebengebäudes entschärfte ein Verkehrs-Nadelöhr, und der Fahrbahnteiler an der Ortseinfahrt aus Richtung Kirchenthumbach kommend verspricht eine Tempo-Bremse.

In der Zeit des knappen Geldes erhob die Gemeinde von den Anliegern schon vor vier Jahren die volle Vorausleistung auf der Grundlage der Beitragssatzung. Nach dem Abschluss des Projekts erläuterte die Verwaltungsgemeinschaft in einer neuen Beschlussvorlage für den Gemeinderat die endgültigen umlegungsfähigen Kosten der Baumaßnahme. Die Verwaltung verwies insbesondere auf die für die Anlieger vorteilhafte Reduzierung des beitragsfähigen Aufwandes für den südlichen Gehwegbau. Nicht die hohen Aufwendungen für das Betonsteinpflaster bewertete der Sachbearbeiter als beitragsfähig, sondern nur fiktive Baukosten für eine Standartbauweise, so steht es in der Beschlussvorlage. Das hochwertige Betonsteinpflaster diene der Ortsverschönerung und nicht den Anliegern, lautet die Argumentation. Als nicht umlegungsfähig bewertet wurden ferner die Kosten des Fahrbahnteilers und nördliche Gehwegteilstücke. Aus der so ermittelten beitragsfähigen Summe in Höhe von knapp 77 000 Euro berechnete die Verwaltungsgemeinschaft bei einem Anliegeranteil von 55 Prozent Beiträge in Höhe von 42 000 Euro.

Die Endabrechnung ließ nun auch die Anlieger jubeln. Der umlegungsfähige Aufwand reduzierte sich auf 65 800 Euro, die Anliegerbeiträge auf 36 200 Euro. Freuen dürfen sich die beitragspflichtigen Grundstückseigentümer auf eine Rückzahlung von 5800 Euro, die der Gemeinderat gerne und einstimmig billigte. Die Schlussbescheide folgen in Kürze, bemerkte der Bürgermeister.

Zu einer Klarstellung sah sich Bürgermeister Albert Nickl mit Blick auf die Parksituation in der Kreisstraßen-Ortsdurchfahrt veranlasst. Seine Forderung nach Park-Kontrollen an die Polizeiinspektion beim Informationsgespräch über die Kriminalstatistik beziehe sich nicht auf die Nordseite der Kreisstraße in Höhe der Gaststätte Schmid. Das sei Privatgrund. Es gehe vielmehr um den südlichen Bereich. "Dort wird der neue Gehweg von den Kraftfahrern unbedacht als Parkfläche zweckentfremdet", bedauerte Nickl. Der Bürgermeister empfahl bei regem Parkaufkommen ein Ausweichen auf Parkflächen entlang der Creußen in Richtung Feuerwehrhaus. "100 Meter Fußweg sind fast jedem zumutbar." Auch die Gaststätte Schmid verfüge im Hofbereich über viele Parkplätze, so Nickl. Der Bürgermeister erinnerte die Pkw-Fahrer auch an die Möglichkeit, einseitig auf der Fahrbahn zu parken. Um auf die "Vorfahrt" der Fußgänger hinzuweisen, gebe es derzeit Überlegungen zur Beschilderung, betonte Nickl. Als letzte Möglichkeit nannte er eine Pollerlösung, die aber niemand wirklich wolle. Ausdrücklich verwies der Gemeindechef auf die Solidarität mit Gastwirtin Hildegard Schmid: "Wir wollen dem Gasthaus nicht das Geschäft kaputt machen."

Das gemeindliche Einvernehmen stellte das Gremium zu folgenden Bauanträgen her: Gerhard Walter, Münchsreuth: Neubau einer Stroh- und Getreidelagerhalle; Herbert Arnold, Zettlitz: Umbau eines Nebengebäudes; Bitterer-Tiefbau GmbH Eschenbach: Nach Sand- und Kiesabbau Wiederverfüllung mit unbelastetem Aushubmaterial auf einem Flurstück der Gemarkung Tremmersdorf.

GemeinderatssplitterDas Straßenbegleitgrün der Kreisstraßen-Ortsdurchfahrt Münchsreuth soll überwiegend auf Privatgrund entstehen. Bürgermeister Albert Nickl berichtete von Pflanzvorschlägen für Bäume, Stauden und Hecken. Eingebunden seien das Staatliche Bauamt, Landschaftsarchitektin und Kreisfachberaterin Simone Schaller sowie die Grundstückseigentümer.

Die grünpflegerische Neuordnung ist für das Frühjahr 2017 geplant. Die Leistungen beinhalten Pflanzmaterial, Pflanzarbeiten und eine zwei jährige Pflege. Das Pflanzgut geht in das Eigentum der Anlieger über.

Ebenfalls nur zur Information dienten Hinweise des Bürgermeisters zur Sanierung von Brückenbauwerken . "Wir sind eine Gemeinde mit vielen Brücken", bemerkte Nickl, "und die sind in die Jahre gekommen." In der Unterhaltspflicht stehen Brücken, die schon 1936 gebaut wurden. Als weitere Besonderheit nannte Nickl eine uralte Vereinbarung mit dem Wasser- und Bodenverband. Darin geregelt seien die Zuständigkeiten für den Gewässerunterhalt mit Verpflichtungen des Verbandes und der Aufgabe der Gemeinde, die Brücken zu unterhalten. Als Schlussfolgerung kündigte der Gemeindechef die Überprüfung durch einen Sachverständigen an. Kleinere Reparaturen werde der Gemeindebauhof übernehmen.

Wegen einer Neuanschaffung verkauft die Gemeinde Speinshart ihr 20 Jahre altes und auslegbares Mulch-Gerät SAV 200 mit einer Arbeitsbreite von zwei Metern. Der Bürgermeister verwies auf die Erneuerung der Laufwalze und des Schlegels und empfahl Interessenten eine Angebotsabgabe.

Der deutschlandweite "Tag der Städtebauförderung" am Samstag, 21. Mai, ist für den Bürgermeister Anleitung zu einer demonstrativen Baustellenbesichtigung im Kloster und in den Räumen der Internationalen Begegnungsstätte. Wegen der Bedeutung des Ortstermins erhebt Albert Nickl die Besichtigung zur offiziellen Gemeinderatssitzung.

Vor dem Start steht die weitere Erschließung der Gemeinde mit schnellem Internet . Auftragnehmer der Telekom ist die Kirchenthumbacher Tiefbaufirma Kollmer. Zu verlegen sind circa zehn Kilometer Glasfaserkabel. Die ehrgeizige Terminplanung sieht ein Baufenster von etwa vier Monaten vor. Gleichzeitig wird an mehreren Trassen gearbeitet. Der Bürgermeister rechnet mit einer Fertigstellung im Spätsommer. Für Behinderungen währen der Bauphase bat er um Verständnis. (do)
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