70.000-Euro-Spende für Kloster Speinshart
Vergangenheit mit Zukunft

Beobachtet vom Apostel Petrus freuten sich im Kapitelsaal von Kloster Speinshart Prior Pater Benedikt Schuster (Mitte), Diplom-Betriebswirt Johann Voith (links) und Architekt Georg Zunner (rechts) über die 70 000-Euro-Geldspritze von Uwe Franke, dem Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (Zweiter von rechts), und Stefan Luger von Lotto Bayern (Zweiter von links). Bild: do
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Speinshart
05.09.2016
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Die Szene hatte Symbolcharakter: Simon Petrus mit den Schlüsseln zum Himmelreich in der Hand wurde im Kapitelsaal von Kloster Speinshart zum Zeugen einer Frohbotschaft. Dafür gab es einen himmlischen Anlass.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) und die Glücksspirale überbrachten gute Nachrichten: Für die Restaurierung der Prämonstratenser-Abtei stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank der Lotterie Glücks-Spirale 70.000 Euro zur Verfügung - ein warmer Regen für das Speinsharter Mammutprojekt.

Passt zum Programm


So strahlten am Freitag denn auch Prior Benedikt Schuster, Architekt Georg Zunner und Johann Voith von der Stadtbau Amberg: Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Stefan Luger von Lotto Bayern waren zur symbolischen Übergabe des "Fördervertrags" ins Kloster gekommen.

Die Unterstützung durch die gemeinnützige Stiftung ist nicht neu. Seit 1995 gingen bereits 500.000 Euro für die Sanierung der Klostergebäude nach Speinshart - in Raten für die jeweiligen Bauabschnitte. Auch die Klosteranlage in Waldsassen genießt diesen finanziellen Segen. "Speinshart passt gut in unseren Förderrahmen", erläuterte DSD-Kurator Uwe Franke die Merkmale für Spendenaktionen.

Unterstützung historischer Bauten und Bräuche, Denkmäler mit Leben füllen, historische Bauten einer praktischen Nutzung zuführen und mit Jugendförderung Wissen weitergeben: Das gehört zu den Grundsätzen für die Stiftungsinitiativen. Dafür stehe als leuchtendes Beispiel die Klosteranlage in Speinshart, betonte Franke vor der Übergabe des symbolischen Schecks: Sie sei eine der bauhistorisch bedeutendsten Bauten des deutschsprachigen Barock.

Das Prämonstratenser-Kloster gehöre zu den über 340 Projekten, die die private Denkmalstiftung aus Spenden und Mitteln der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördere oder förderte. Daran erinnerte Luger.

Komplizierte Mischung


Besonders das Leuchtturm-Projekt in Speinshart mache Sinn, merkte der Lotterie-Mitarbeiter an. Mit dem Geld der Lotto-Spieler wird aktuell die Restaurierung des Refektoriums, des Speisesaals der Chorherren, und der Prälatur gefördert.

Der neue Glanz wird Schritt für Schritt sichtbar. Mit dem vorläufigen Abschluss der Arbeiten rechnen Prior Pater Benedikt Schuster und Architekt Georg Zunner im nächsten Jahr. Der Blick des obersten Chorherrn und von Diplom-Betriebswirt Johann Voith als Koordinator der komplizierten Mischfinanzierung der Baumaßnahmen richtete sich deshalb mit etwas Augenzwinkern auf die Restfinanzierung des Projekts. Prior Benedikt verband die bisherige Unterstützung der Stiftung mit der Hoffnung auf eine weitere finanzielle Beteiligung der DSD. "Damit Vergangenheit Zukunft hat", ergänzte der Vertreter von Abt Hermann-Josef Kugler.

In einer Zusammenfassung erläuterte Johann Voith die Gesamtinstandsetzung der Klosteranlage, einschließlich der Einrichtung der Internationalen Begegnungs- und Tagungsstätte und der Instandsetzung des Klostergasthofes als Voraussetzung zur Versorgung und Unterbringung von Tagungsteilnehmern der Begegnungsstätte.

Weiterer Schritt


Bis zur endgültigen Fertigstellung des Gesamtprojekts rechnet der Vertreter der Stadtbau Amberg mit einem Kostenvolumen von mehr als 26 Millionen Euro. "Eine mutige und einzigartige Initiative", wie Voith betonte. Doch schon denkt der Finanzexperte an eine Abrundung der weitsichtigen Schritte zum Aufbau eines Bildungs-, Glaubens- und Kulturzentrums. Seine Vision: die Erweiterung der Bettenkapazitäten mit dem Bau eines separaten Bettenhauses.
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