Beginn der Fastenzeit
"Lila-Pause" als Chance

Vermischtes
Speinshart
11.02.2016
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Am Aschermittwoch begann für die Christen die Fastenzeit: 40 Tage lang sollen schlechte Gewohnheiten gemieden werden. Der geistliche Rat, bewusster zu leben, stand am Abend auch in der Speinsharter Klosterkirche im Mittelpunkt. Gleichzeitig prägte die Tradition des Aschekreuzes den Wortgottesdienst im gut gefüllten Gotteshaus.

"Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst": Mit diesen Worten segnete Pater Andreas die vielen Gläubigen und zeichnete ihnen das Aschekreuz auf die Stirn. Die Asche erinnere an die Vergänglichkeit, aber auch daran, dass es wichtig sei, sich zu Lebzeiten auf das Wesentliche im Leben zu besinnen, sagte der Prämonstratenser-Chorherr. Zugleich sei die Asche ein Symbol, Altes abzulegen, um Neues zu erlangen.

In seiner Predigt verglich Pater Andreas das Verhalten der Menschen in der Fastenzeit mit einer bekannten Schokoladen-Marke. Auch in der Liturgie gebe es das Farbenspiel in Lila. Lila sei die Farbe der Fastenzeit - die "Lila-Pause" verstehe der Seelsorger als Zeichen der inneren Einkehr, sich eine Auszeit jenseits des Genusses zu gönnen und Kurskorrekturen vorzunehmen.

Und er zitierte Heinz Erhardt: "Mit den Menschen ist es so wie bei Autos - Laster sind nur schwer zu bremsen". Auch "das Laster" habe einen langen Bremsweg, erklärte der Pater. In dieser Zeit der Verlangsamung könne des Weiteren das Gespür reifen, auf die Bedürfnisse und Nöte Anderer einzugehen.

Pater Andreas empfahl den Gläubigen zusammenfassend, die 40 Tage für ein Almosen - in welcher Form auch immer - zu nutzen, im Gebet die Verbindung zu Gott zu suchen, um daraus Kraft zu schöpfen, und das bewusste Fasten ohne Selbstquälerei zu praktizieren. Mit diesem Dreiklang werde der Blick frei auf das, was der Mensch zum Leben brauche.

Auf seine Eingangsworte zurückkommend nannte der Prediger die "40 Lila-Tage" keinen Zeitraum, der das Leben vermiesen solle. Vielmehr sei diese Zeit eine Chance, sich freizumachen für ein Leben im Einklang mit sich selbst, mit Gott und den Mitmenschen.

Zum Abschluss lud Pater Andreas zum Vortrag von Dr. Gabriele Ziegler mit dem Titel "Fasten mäßigt nur den Körper - Gebet macht sehend" in den Dientzenhofer-Saal ein.
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