Entwicklungsheler Johann Rupprecht hält Vortrag über Nagaland
„German Hans“ hilft Nagaland

Gabriele Scherl vom Katholischen Frauenbund überreichte eine Spende an Hans Rupprecht, um den "Children's Park Eschenbach" in Zubza weiter ausbauen zu können. Bild: rn
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Speinshart
12.10.2016
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Im indischen Nagaland, wo vor einem halben Jahrhundert noch Kopfjägertradition herrschte, arbeitet Johann Rupprecht seit zwei Jahren als Entwicklungshelfer. Wie Land und Leben dort aussehen, erklärte er den Damen des Katholischen Frauenbunds.

Sein Engagement brachte ihm den Namen "German Hans" ein. Er stellte das Nagaland mit einer Fläche von 16 527 Quadratkilometern und zwei Millionen Einwohnern, die zu 90 Prozent mitten im Dschungel in Bambushütten leben, der Oberpfalz mit 9691 Quadratkilometern und einer Million Einwohnern gegenüber.

Einfaches Leben


Bei den 16 Stämmen des Landes ist mit mehr als 80 Prozent eine hohe Alphabetisierungsquote erreicht, der indische Durchschnitt liegt bei 74 Prozent. Mit der Nachricht, dass davon 90 Prozent Christen seien, überraschte Rupprecht seine Zuhörerinnen. Mit einer Bilderstrecke gab er Einblicke in Bauweise der Häuser mit gestampftem Lehmboden, Kochen auf offenem Feuer, Waschplätzen auf Steinplatten, Haupternährung mit Reis und Gemüse, Toiletten und Duschen hinter einfachen Plastikverschlägen und Begräbnisstätten rund ums Haus.

Die Arbeitslosenquote liege bei 95 Prozent und den Lebensunterhalt liefere zum Großteil die Natur. Rupprecht zeigte kleine Reisparzellen in 1000 Meter Höhe, ungereinigte zentrale Wasserstellen und die Schule der Don-Bosco-Salesianer. Dort müssen Schüler ab 13 Uhr arbeiten, um damit einen Teil des Schulgeldes zu verdienen.

Internatsschüler können jährlich nur einmal zu ihren Familien heimkehren, in der Regel während der kalten Jahreszeit, wenn sich die Temperaturen dem Nullpunkt nähern. Der "German Hans" ging auf die Unterschiede zwischen privaten und den weniger erfolgreichen staatlichen Schulen ein und regte Schulpatenschaften an, die für ein Kind jährlich 80 Euro betragen. Nachdem er die Aktion "Eine Brücke von Weisendorf über die Oberpfalz nach Indien/Hand in Hand fürs Nagaland" vorgestellt hatte - sie wird vom Bistum Bamberg unterstützt - leitete Rupprecht über zu seinen Aktivitäten im Bergdorf Zubza.

Es ging um verbesserte und ertragreichere Gartenanlagen, die Anlage und den Betrieb eines Spielplatzes, den Einbau eines Wasserfilters in der Schule und um ergreifende Szenen bei einer Deckenaktion. Er räumte ein, dass Neuerungen in den eingefahrenen Traditionen Betreuung und Kontrolle bedürfen.

Zu Kindergarten, Schule und Internat erfuhren die Zuhörerinnen, wie einheitliche Kleidung soziale Unterschiede verdeckt. Die Farbenpracht der Stammeskleidung hatte Rupprecht mit Bildern von Frauen an einfachen Webstühlen und vom kirchlichen Geschehen dokumentiert: An einer Primiz nahmen 56 Priester und über 5000 Gläubige teil.

Ausbau unterstützen


Als geplante Projekte nannte der Entwicklungshelfer unter anderem den Anbau von Ölbäumen und die Verbesserung der Weberei. Webereierzeugnisse fanden im Klosterhof großes Interesse. Er warb um Messstipendien, die Pater Samuel - er weilte 2015 für zehn Tage in Eschenbach - für die Ausbildung seiner zahlreichen Novizen verwendet, und dankte den bisherigen örtlichen Sponsoren. In deren Kreis reihte sich Gabriele Scherl ein und übergab für den Frauenbund eine Spende von 300 Euro, um den "Children's Park Eschenbach" in Zubza weiter auszubauen.
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