FC-Sportheim und Klostergasthof: Zwei Defibrillatoren im Gemeindebereich stationiert
Plötzlichen Herztod bekämpfen

Am FC-Sportheim im Tremmersdorf und im Speinsharter Klosterhof können nun "wunderbare Geräte" Leben retten. Notfall-Sanitäter Jürgen Sollfrank aus Vohenstrauß (links) wies an einem Demonstrations-Defi Vertreter des Sportclubs, der Gemeinde und Mitarbeiterinnen des Klostergasthofes in die überraschend einfache Handhabung ein. Bild: do
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Speinshart
08.10.2016
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Leben retten ist kinderleicht: Mit dem schnellen Einsatz eines automatischen, unkompliziert zu bedienenden Defibrillators und einer einfachen Herzmassage kann ein Ersthelfer bei einem plötzlichen Herzstillstand Menschen retten. Auch in der Gemeinde Speinshart wird künftig "geschockt".

Tremmersrf/Speinshart. (do) Ein Altherren-Team trifft sich zum Kicken auf dem Fußballplatz. Plötzlich sackt ein Spieler zusammen. Die Mitspieler stellen fest: Atmung und Puls sind total weg. Herzstillstand. Dieses Szenario gibt es auf allen Sportplätzen der Welt. Der Einsatz eines Defibrillators stellt dann oft eine große Hilfe und die letzte Rettung für den Patienten dar.

Der Vollautomat ist speziell für Personen entwickelt, die als Erste zu einem plötzlichen Herzstillstand hinzukommen. Jetzt steht auch dem FC Tremmersdorf/Speinshart ein solches Gerät zur Verfügung. In der überdachten Terrasse installiert, ist der "Defi" Sportlern, Zuschauern und Einwohnern zugänglich. Das gleiche Gerät steht auch im Speinsharter Klosterhof bereit. Installiert ist es neben dem Klostergasthof.

Verein mit Vorreiterrolle


"Den plötzlichen Herztod zu bekämpfen war seit Jahren für die Gemeinde ein Herzensanliegen", erklärte Bürgermeister Albert Nickl bei der Einweisung. Auch dem FC Tremmersdorf/Speinshart schrieb er eine Vorreiterrolle bei der Stationierung eines Defibrillators auf einem Fußballplatz zu. Besonders der ehemalige Vorsitzende Andreas Steinl habe immer wieder darauf gedrängt, verriet Nickl. Nun lauschten die Vertreter des FC den Tipps von Jürgen Sollfrank. Der Notfall-Sanitäter aus Vohenstrauß nahm im Auftrag des Herstellers die "Defi"-Einweisung vor. Auch Personal des Klostergasthofes war dabei vertreten. Gemeindearbeiter waren bei der Übergabe ebenfalls dabei. Sie sind die künftigen "Kümmerer", was die ständige Einsatzbereitschaft der Defibrillatoren betrifft.

Die Angst nehmen


"Die wichtigste Aufgabe des Ersthelfers ist es, das Gerät so rasch wie möglich an den Mann oder an die Frau zu bringen", betont der Notfallsanitäter wiederholt. Für ihn sei es wichtig, als Multiplikator zu wirken und möglichen Ersthelfern die Angst vor der Hilfeleistung und dem Gerät zu nehmen, erklärt Sollfrank. "Man kann beim Einsatz dieses vollautomatischen Defibrillators nichts falsch machen", betonte der Profi-Retter.

Und er nahm den Helfern eine weitere Sorge: "Es geht bei der Anwendung des 'Defis' weder eine Gefahr für den Ersthelfer noch für den Patienten aus." Das Gerät sei gleichzeitig Diagnostiker und Hilfe-Leistender. Werde ein Herzkammerflimmern erkannt, schalte sich die Defibrillation automatisch ein. Sie folge dabei programmierten Abläufen; eine versehentliche oder falsche Schockabgabe durch den Ersthelfer sei ausgeschlossen. Zugleich verwies Sollfrank auf die Notwendigkeit ergänzender Herz-Druck-Massagen als wichtigen Bestandteil der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Die Anschaffungskosten von zirka 4000 Euro teilen sich die Gemeinde (zwei Drittel) und der Gemeindeverband, der Erlöse des Bürgerfestes einbringt. Eine Spende gewährleistete die Restfinanzierung.

Sprachbox gibt Ersthelfer AnweisungenBei den Reanimations-Defis handelt es sich um Produkte des Weltmarktführers Physio-Control. Sie wurden speziell entwickelt, um es nicht ausgebildeten und normal nie geforderten Ersthelfern einfach zu machen, Leben zu retten.

Beim Schockgeber handelt es sich um ein kleines Gerät mit Batteriebetrieb, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden und Herzkammerflimmern stoppen kann. Die in Tremmersdorf und Speinshart installierten Modelle geben dem Ersthelfer über einen Sprachautomaten kurz und bündig Anweisungen.

Schon beim Öffnen des "Defis" beginnt das Gerät, die wenigen Handgriffe zur Rettung zu zeigen. Ergänzend demonstrieren Abbildungen, wie die beiden Elektroden schnell an der richtigen Stelle des Brustkorbs anzubringen sind. Danach misst das Gerät selbstständig den Herzrhythmus und löst nach sekundenschneller Analyse bei Bedarf den Stromschock aus. (do)
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